Fahrbericht BMW 1 M Coupé Klein, aber Schwein
Dicke Backen: Das kleine 1 M Coupé steht auf dem Fahrwerk des größeren BMW M 3. Man merkt es an der sportlich-trockenen Federung - und den weit nach außen wuchernden Radläufen.
Das Irrenhaus: Der Reihensechzylinder stammt ursprünglich aus dem Z4, wird im M Coupé aber von zwei Turboladern auf Trab gebracht. 340 PS und 450 NM Drehmoment schickt das Triebwerk an die Hinterachse, die mit der Verwaltung dieser schieren Kraft ihr liebe Not hat. Genau das aber ist der Witz bei diesem Auto.
Die Kommandozentrale: Das Interieur der M-Version unterscheidet sich nur in Details von der Serie. Rote Ziernähte hier, grau hinterlegte Instrumente dort. Viel wichtiger ist der M-Knopf auf der rechten Seite des Lenkrads. Wird der gedrückt, lässt der Kleine die letzte Zurückhaltung fahren. Dann wird eine andere Kennlinie der Motorsteuerung aktiviert, das Triebwerk hängt noch besser am Gas und dreht blitzschnell hoch.
Ähm, ja: Das Heck gehört nicht zu den Schokoladenseiten des M 1 Coupés - vier Endrohre sind bei so einem kleinen Auto exakt zwei zu viel.
Gulp: Auch die Frontpartie ist etwas grotesk geraten. Sicher - das Triebwerk hat natürlich einen immensen Bedarf an Kühlluft. Ob die Öffnungen deshalb gleich so groß geraten mussten, sei dahingestellt. Sie wirken, als würden kleine Tiere bei Wildunfällen einfach durch den Ansaugtrakt geschnupft.
Stop!: Die großen Compound-Bremsen des M-Coupés gewährleisten, dass man auch zackig wieder zum Stehen kommt.
Schlingerkurs: Im sogenannten MDM-Modus greift das Stabilitätsprogramm nur noch in Extremsituationen ein. Die lassen sich beim M-Coupé allerdings ziemlich leicht herbeiführen - mit einem einfachen Tritt aufs Gaspedal.
Vier gewinnt: Das M-Coupé beschleunigt innerhalb von 4,9 Sekunden von Null auf Hundert. Das ist Sportwagen-Liga. Gleichzeitig können aber vier Personen damit befördert werden - wobei nur Kinder auf der Hinterbank wirklich bequem sitzen.
Da war noch was: Den Öko-Preis gewinnt man mit dem M-Coupé natürlich nicht. Selbst bei moderater Fahrweise, also zum Beispiel 150 Sachen auf der Autobahn, schlürft das kleine Coupé gute zehn Liter Benzin auf hundert Kilometer weg. Dieser Wert lässt sich spielend pulverisieren, wenn man den Wagen so bewegt, wie er es einfordert.