Börsenkrimis - DER SPIEGEL
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Börsenkrimis Melodramen um Millionen

Von der Wall Street in den Knast: 20 Millionen Dollar soll der Hedgefonds-Gründer Raj Rajaratnam mit Hilfe vertraulicher Informationen abgesahnt haben. Es ist nur der jüngste Fall einer langen Geschichte von windigen Deals raffgieriger Zocker - SPIEGEL ONLINE nennt die legendärsten Insider-Geschäfte der Börsengeschichte.
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Ivan Boesky: Der Börsenspekulant war in den achtziger Jahren eine der Schlüsselfiguren in einem der größten Skandale um Insiderhandel an der Wall Street. Boesky, Vorbild für Oliver Stones Filmfigur Gordon Gekko in dem Kinohit "Wall Street", wurde zu einer Geldstrafe von hundert Millionen Dollar und dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Nachdem ihm vor dem Urteil eine letzte Transaktion gestattet wurde, bei der er Aktien im Wert von 440 Millionen Dollar verkaufte, fiel es ihm nicht sonderlich schwer die Geldstrafe zu begleichen - und wegen guter Führung wurde er auch schon nach zwei Jahren wieder aus dem Gefängnis entlassen. Das Bild zeigt den Mann, der Habgier als eine Tugend gepriesen hatte, am 23. April 1987 nach einem Gerichtstermin.

Foto: AP
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Franz Steinkühler: Der damalige IG-Metall-Bezirksleiter Franz Steinkühler bei einer Rede vor der Großen Tarifkommission des Tarifbezirks Nordwürttemberg/Nordbaden 1973 in Sindelfingen. Im Oktober 1986 war Steinkühler zum Vorsitzenden der IG Metall gewählt worden - im Mai 1993 trat er allerdings von diesem Posten zurück, nachdem der Verdacht aufgekommen war, Steinkühler habe seine Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der Daimler-Benz AG für Insidergeschäfte genutzt.

Foto: dpa
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Jeffrey Skilling: Der ehemalige Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns Enron (M.) im Mai 2004 mit seinem Anwalt und seiner Frau Rebecca auf dem Weg in ein Gericht in Houston. Die Geschworenen sahen es später als erwiesen an, dass sich Skilling aufgrund von Insiderwissen über die Finanzmisere des einst siebtgrößten US-Konzerns mit Aktienkäufen bereichert hatte. Sein massiver Bilanzbetrug hat wohl nicht nur 21.000 Enron-Angestellte den Job gekostet, sondern auch die Anleger um mehrere Milliarden Dollar geschröpft. Im Oktober 2006 wurde Skilling daher zu 45 Millionen Dollar Entschädigung sowie 24 Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt.

Foto: AP
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Martha Stewart: Auch die US-amerikanische TV-Moderatorin und Lifestyle-Ikone versuchte, aus Insiderkenntnissen Vorteile zu schlagen. Der Buchautorin und Vorstandsvorsitzenden einer eigenen Firma ("Martha Stewart Living Omnimedia") wurde 2002 erstmals Insiderhandel vorgeworfen. 2004 verurteilte sie ein Gericht schließlich wegen Meineids, Verschwörung und Behinderung der Justiz zu 30.000 Dollar Geldstrafe sowie fünf Monaten Gefängnis und fünf Monaten Hausarrest. Stewart hatte den wertvollen Tipp bekommen, dass eine Pharmafirma dramatisch schlechte Zahlen veröffentlichen wird. Flugs verkaufte sie ihre Anteile an dem Unternehmen im Wert von 50.000 Dollar. Mittlerweile macht sie mit ihrer Firma wieder gute Gewinne.

Foto: AP
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Raj Rajaratnam: Er präsentierte gern seine soziale Seite: Immer wieder spendete der Milliardär Raj Rajaratnam in den vergangenen Jahren Millionenbeträge an Hilfsbedürftige. Doch der Hedgefonds-Milliardär ist keineswegs ein so edelmütiger Mensch, wie er sich darstellte. Wegen Insiderhandels, bei dem er sich mindestens 20 Millionen Dollar erschwindelt haben soll, wurde Rajaratnam am 16. Oktober 2009 in Handschellen vom New Yorker FBI-Gebäude abgeführt. Er steht nun im Mittelpunkt im wohl größten Insiderskandal in der Geschichte der Wall Street - sofern die Anklage zutrifft. Rajaratnams Anwalt bezeichnet seinen Klienten als unschuldig.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?