Bonner Republik - DER SPIEGEL
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Bonner Republik Chauffeur der Mächtigen

Unterwegs mit der Queen auf dem Rücksitz: Mehr als 20 Jahre lenkte Wolfgang Wöstendieck die Geschicke der Weltpolitik - am Steuer der bundesdeutschen Staatskarosse. Im Fond seines Mercedes 600 Pullmann saßen Präsidenten, Prinzen, Potentaten. Peinlich, wenn dann ein Reifen platzte.
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Stolzer Fahrer: Der letzte Staatsgast, den Wolfgang Wöstendieck vor der pensionierung chauffierte, war 1993 der japanischen Kaiser Hiroito. Auch der Mercedes 600 Pullman ist längst im Ruhestand im Museum.

Foto: Tom Grünweg
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Lennons Pulman: Der Mercedes 600 Pullman war als "luxuriöser Groß-Reise- und Repräsentationswagen" (Prospekttext) nicht nur als Staatskarosse bei vielen Regierungen beliebt, sondern auch das Gefährt der Wahl für viele Superstars - wie dieser, der einst John Lennon gehörte. Auch Elvis und Herbert von Karajan fuhren Pullman.

Foto: dpa
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Chauffeur der Republik: Pensionär Wolfgang Wöstendieck am Steuer seines ehemaligen Dienstwagens, eines Mercedes 600 Pullman. Von 1971 bis 1993 chauffierte er darin die Staatsgäste der Bundesregierung. Der Mercedes war damals nicht nur das längste, sondern auch das vornehmste, komfortabelste und teuerste Auto, das es zu kaufen gab.

Foto: Tom Grünweg
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Queen-Besuch in Berlin: Die britische Königin Elisabeth II. und ihr Mann Prinz Philip werden am 27. Mai 1965 im Mercedes Landaulet am Brandenburger Tor vorbeichauffiert. Bei ihrem Besuch 1978 fuhr Werner Wöstendieck die Queen in seinem geschlossenen Mercedes 600 Pullman - ein Autogramm für sein Erinnerungsalbum verweigerte ihm die Monarchin.

Foto: AP
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Staatskarossen vor dem Kanzleramt: Die beiden offiziellen Staatskarossen der Bundesregierung vom Typ Mercedes 600 Pullman. Wolfgang Wöstendieck, der ehemalige Chauffeur der beide Wagen fuhr, war heilfroh, dass zwei Exemplare zur verfügung standen. Als einmal der Reifen der einen Staatslimousine platzte, die den sowjetischen Staats- und Parteichef Leonid Breschenew an Bord hatte, stand das baugleiche Ersatzauto sofort bereit. Hier stehen die beiden inzwischen ausgemusterten Autos zur Besichtigung beim "Tag der offenen Tür" der Bundesregierung im August 2004 am Kanzleramt in Berlin.

Foto: ddp
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Wöstendieck im Pullman: Der ehemalige Arbeitsplatz von Wolfgang Wöstendieck. Insgesamt 2677 Mercedes 600 Pullman wurden gebaut - doch keiner war so exklusiv wie die beiden Exemplare, in denen Wöstendieck Staatsgäste fuhr.

Foto: Tom Grünweg
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Ehrenformation für Breschenew: Leonid Breschnew kurz nach seiner Ankunft am 18. Mai 1973 auf dem Flughafen Köln-Bonn beim Abschreiten der Ehrenformation. Neben ihm der damalige Bundeskanzler Willy Brandt. Als er dann im Mercedes Pullmann von Chauffeur Wolfgang Wöstendieck saß, platze der Staatskarosse ein Reifen.

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Erinnerungsbuch ohne Queen: Wolfgang Wöstendieck mit seinem größten Schatz. In den beiden schwarzen Fotoalben hat der Chauffeur der Bonner Republik neben vielen Zeitungsausschnitten und Erinnerungsfotos die Autogramme fast aller seiner Gäste gesammelt. "Nur die Queen hat nicht unterschrieben, aber das macht sie halt grundsätzlich nicht", klagt der ehemalige Chauffeur.

Foto: Tom Grünweg
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Papst und Präsident: Papst Johannes Paul II. während seines Staatsbesuchs in Deutschland am 15. November 1980. Neben ihm der damalige Bundespräsident Karl Carstens.

Foto: AP
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Autogramme der Mächtigen: Fast alle Staatsgäste, die Wolfgang Wöstendieck in seinem Mercedes 600 Pullmann chauffierte, signierten seine Erinnerungsbücher. Hier die Unterschriften des chinesischen Ministerpräsidenten Zhao Ziyang und des französischen Präsidenten Francois Mitterand.

Foto: Tom Grünweg
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Der Platz der Mächtigen: Auf dm Platz im Fond seines Mercedes Pullman hat Wolfgang Wöstendieck während seiner Zeit als Chauffeur nie gesessen - der war Staatsgästen vorbehalten. Als Pensionär kann er es sich auch schon mal auf der Rückbank der Luxuslimousine bequem machen, die inzwischen im Museum steht.

Foto: Tom Grünweg
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Autogramm von Rabin: Auch der israelische Ministerprässident Yitzhak Rabin wurde bei seinem Deutschlandbesuch im Juli 1975 von Wolfgang Wöstendieck im Pullman chauffiert - und signierte anschließend dessen Erinnerungsalbum.

Foto: Tom Grünweg
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Deutsch-deutsches Gipfeltreffen: Bundeskanzler Helmut Kohl und der DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker vor dem Bonner Kanzleramt bei Honeckers historischem Besuch in der Bundesrepublik am 7. September 1987. Als Dank für seine Dienste bei der Visite schenkte der SED-Chef schenkte dem Chauffeur Wöstendieck ein 24-teiliges Besteckset "Made in GDR".

Foto: DPA
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