Boris Beresowski und seine Gegenspieler Der Tycoon und seine Gegenspieler
Boris Beresowski: In seinem Londoner Exil wurde der Oligarch zu einem Gegner von Wladimir Putin.
Ermittler in Ascot: Experten prüfen, ob auf Beresowski ein Anschlag verübt wurde. Der Kreml-Kritiker war am Samstag tot aufgefunden worden.
Beresowski wurde 67 Jahre alt.
Beresowski verdiente einst Milliarden, erzielte in den neunziger Jahren immer größere Gewinne mit Finanzbeteiligungen an Unternehmen, unter anderem im Energiesektor. Hier ein Bild von seiner Yacht "Thunder B" - sie lag 2011 in Südfrankreich vor Anker.
Doch zuletzt hatte Beresowski große finanzielle Probleme. Der Unternehmer ließ das Warhol-Bild "Roter Lenin" bei Christie's versteigern und erlöste 133.000 britische Pfund. Russlands einstmals reichster Mann trennte sich auch von mehreren Autos, darunter ein Rolls-Royce Baujahr 1927.
Unter Boris Jelzin - hier 1999 in London - war Beresowski nicht nur reich, sondern auch mächtig geworden. Er galt zeitweise als der wichtigste Strippenzieher auf den Korridoren des Kreml.
Auch zu Wladimir Putin hatte Beresowski einst ein gutes Verhältnis, er förderte dessen Aufstieg. Doch dann wandte sich Putin gegen ihn. Beresowski wanderte nach Großbritannien aus und untersützte die Opposition.
2003 erhielt Beresowski in Großbritannien politisches Asyl. Die russische Justiz beantragte mehrfach vergeblich die Auslieferung des Milliardärs.
Gegen Beresowski gab es mehrere Anschläge. 2007 wurde ein angebliches Mordkomplott bekannt: Der Oligarch sollte erschossen werden, sagte ein Zeuge damals aus.
Zuletzt machte Beresowski mit einem Prozess Schlagzeilen: Vor einem Londoner Gericht verklagte er 2011 den russischen Multimilliardär Roman Abramowitsch auf 5,6 Milliarden Dollar Schadensersatz.
Sein früherer Schützling Abramowitsch soll Beresowski beim Verkauf der Ölfirma Sibneft betrogen haben. Der Anspruch wurde abgewiesen.