Borussia Dortmund in der Einzelkritik Boxopfer Lewandowski, Zweikampfheld Hummels
Roman Weidenfeller, Tor: Führte seine Mannschaft als Kapitän auf den Rasen und spielte auch wie einer. Verhinderte, dass die Madrilenen schon nach einer Viertelstunde mit 3:0 führten. Bei den Gegentoren ohne Chance. Bester Dortmunder und ein wichtiger Wegbereiter zum Finale in Wembley.
Lukasz Piszczek, Abwehr: Hatte wieder die Aufgabe, Reals kickenden Supermann Cristiano Ronaldo zu bremsen. In der Anfangsphase wie alle Dortmunder überfordert. Mit zunehmender Spieldauer in der Abwehr sicher und mit guten Vorstößen.
Mats Hummels, Abwehr: Sein Fehler im Hinspiel erhielt den Madrilenen ein paar Prozent Hoffnung vor dem Treffen im Bernabéu-Stadion. Zeigte sich im Rückspiel stark verbessert gegen Reals Offensivleute Higuain, di Maria, Özil und Ronaldo. War ein guter Abräumer und blieb ohne Fehler.
Neven Subotic, Abwehr: Schlimme Anfangsphase, schlimme Schlussphase. Dazwischen aufmerksam. Gewann viele Zweikämpfe, warf sich in jeden Ball und köpfte eine Flanke nach der anderen aus dem Strafraum.
Marcel Schmelzer, Abwehr: Machte in den ersten Minuten einen schläfrigen Eindruck. War aber wach, nachdem ihm Özil im eigenen Strafraum dem Ball weggeschnappt hatte. Erledigte seine Arbeit in der Verteidigung insgesamt ordentlich. Nach vorne dafür kaum mit nennenswerten Szenen.
Ilkay Gündogan, Mittelfeld: Ließ sich gleich zu Beginn von Higuaín ausspielen wie ein F-Jugendlicher und erlebte auch danach die ein oder andere Demütigung im Mittelfeld. Sah die Gelbe Karte für ein taktisches Foul an Özil und vergab nach einer Stunde die beste Dortmunder Chance, als er Reals Tormann Diego Lopez aus nächster Nähe anschoss. Beides dürfte ihm angesichts des Finaleinzugs aber egal sein.
Sven Bender, Mittelfeld (bis 90+1): Nachdem er im Spiel angekommen war, gelang ihm der ein oder andere öffnende Pass nach vorne. Stoppte die Angriffe der offensiv stehenden Madrilenen im Mitteldeld früh. Solides Spiel des robusten Sechsers.
Felipe Santana, Abwehr (Archivbild, ab 90+1.): Kam für den verletzten Bender und gewann in den letzten Sekunden des Spiels zwei wichtige Zweikämpfe.
Jakub Blaszczykowski, Mittelfeld: Half seinem Landsmann Piszczek auf der rechten Seite gegen Ronaldo. Konnte seine Fähigkeiten in der Offensive daher nicht so wirksam einsetzen wie sonst.
Mario Götze, Mittelfeld (bis 14.): Wird wegen seines geplanten Wechsels zum FC Bayern von den eigenen Fans kritisch beäugt. Dass er nach nicht einmal einer Viertelstunde mit einer Oberschenkelzerrung ausgewechselt wurde, konnte aber auch dem schwarz-gelben Anhang nicht gefallen. Ob er am Wochenende wieder mitspielen kann, ist unklar. Gegner in der Bundesliga: Der FC Bayern.
Kevin Großkreutz, Mittelfeld (ab 14.): Kam für Götze auf den Platz und rückte ins linke offensive Mittelfeld. Traf in der Regel aber die falschen Entscheidungen: spielte lang, wenn sich ein kurzer Pass angeboten hätte; spielte kurz, wenn ein Steilpass die bessere Lösung gewesen wäre.
Marco Reus, Mittelfeld: Begann auf der linken Seite, rückte aber nach Götzes Ausfall in die Mitte. Konnte als Spielgestalter erst in der zweiten Halbzeit Akzente setzen, als Real zum Angriff gezwungen war und Räume in der Defensive ließ.
Robert Lewandowski, Angriff (bis 87.): Auf ihn hatte es nach seinen vier Treffern im Hinspiel vor allem Reals Innenverteidiger Sergio Ramos abgesehen: wurde im Fünf-Minuten-Takt gecheckt, gefoult und mit Ellenbogenschlägen bearbeitet. Nagelte den Ball in der 50. Minute mit gefühlten 300 Stundenkilomtern an die Latte. Kann sich im Finale noch die Torjägerkrone dieser Champions-League-Saison aufsetzen.
Sebastian Kehl, Mittelfeld (Archivbild, ab 87.):Kam kurz vor Ende für Lewandowski und musste mit seinen Kollegen bis zur letzen Sekunde um die Finalteilnahme zittern.