Botschaften aus den achtziger Jahren Die Kultkleber
Gedächtnisstütze: Woran sollte dieser Knoten hier noch erinnern? Aufkleben und besser fühlen!
Der Tod geht um: Die Achtziger waren auch eine Zeit der Weltuntergangsstimmung und des Waldsterbens. Doch trotz Panik und Aufklebern wie diesem von der GGLF Hochschulgruppe lebt der Wald immer noch - und der Mensch auch.
Gläserner Blick: Aufkleber in den Achtzigern sollten nicht selten irgendeine wichtige Botschaft rüberbringen. Dieser hier warnt nicht etwa vor übermäßigem Wasserkonsum, sondern vor Alkoholismus.
Hessische Streitkultur: Ein Aufkleber des Hessischen Ministers der Justiz mit einem Aufruf gegen Streit. Vielleicht sollten sich die derzeitigen Parteivorstände in Hessen mal an diesen Wahlspruch erinnern?
Reimende Polizei: Die Kriminalpolizei rät Vorbeugen - leider nicht vor schlechten Reimen.
Anti-Drogen-Kampagne: Aufkleber in lieblichem Orange mit überzeugendem Spruch - wer greift da noch zu Drogen?
Wenn Gewerkschafter träumen ...: ...dann von Zeiten, in denen sie noch für die 35-Stunden-Woche kämpften. Wie die IG Metall mit diesen signalroten Aufklebern.
"Nein danke!": Wer kennt sie nicht, die rot-gelben Aufkleber mit der lachenden Sonne und dem obligatorischen "Atomkraft? Nein Danke", die in den Achtzigern jede Schultasche und darüber hinaus auch jedes Lehrerauto schmückten?
Gegenbewegung: Die Achtziger waren eine Zeit des Protests, egal wogegen. Dabei kam auch der Gegenaufkleber zu "Atomkraft? Nein Danke" heraus.
Kater-Kleber: Ein Aufkleber der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, die versucht, vor den Gefahren von Alkohol zu warnen - und vor dem Kater am nächsten Morgen.
Saubermann: Schon in den Achtzigern wurden Autos als umweltgefährdend eingestuft. Die Lösung damals: bleifreies Benzin.
Statement: In den Achtzigern sollten Aufkleber Aussagen machen. Wie zum Beispiel die, dass der, der klebt, Energie spart - wobei auch immer ...
Geschnallt?: Dieser Aufkleber soll dazu animieren, sich während Autofahrten anzuschnallen. Hat noch jemand das so verstanden?
Löwe unter Drogen: Warum sollte er sonst orangerot sein, auf den Hinterbeinen laufen und derart übertrieben grinsen? Was dieser Aufkleber sonst für einen tieferen Sinn haben sollte, ist nicht überliefert.
Pippi in der Bibliothek: Die Kinderbuchheldin Pippi Langstrumpf war in den Achtzigern für viele Jungs die erste Frau, die sie in Strapsen gesehen haben. Neu ist, dass sie eine Angestellte der katholischen öffentlichen Bücherei war, wie uns dieser Aufkleber weißmachen will.
Autofreier Sonntag: Dieser Aufkleber sollte dazu animieren, am Sonntag einfach mal das Auto stehen zu lassen, sich einen Luftballon zu schnappen und mit der ganzen Familie Spaß zu haben.
Danke ...: ... sagt die Giraffe. Nur wofür?
Ein Herz von "Bild": Die BILD-Zeitung rief 1978 zusammen mit der Firma Mercedes die Aktion "Ein Herz für Kinder" zur Förderung der Sicherheit für Kinder ins Leben. Fortan klebten überall diese Herzen.
Ein Herz für ...: ... ja für wen denn eigentlich? Auf jeden Fall kommt es vom "Bund gegen Alkohol im Straßenverkehr e.V."
Gelassenheit beim Bund: Wer erinnert sich nicht an Hippies, die Soldaten Blumen in den Gewehrlauf steckten? Die Bundeswehr hatte offenbar erkannt, dass auch Autos Waffen sein können, und rief diese Aktion ins Leben.
Krankenkassen-Aktion: Was wollte uns die Hamburg-Münchener-Ersatzkasse mit diesem Aufkleber sagen? Und welcher Teil ist wohl nur rhetorisch gemeint?
Bahn Frei: Zum Umweltschutz-Gedanken der Achtziger gehörte selbstverständlich auch das Fahrrad dazu.
Sportfan: Wer den hier irgendwo hinklebte, outete sich nicht nur als Aufkleber-, sondern auch als Volleyball-Fan.
Fleischesser sind bessere Liebhaber: Gesehen an einer Metzgerei im hessischen Vogelsbergkreis.
FDGO: Aufkleber von Klaus Staeck gegen die damaligen Bestrebungen zur Aufweichung des Post- und Fernmeldegeheimnisses.
Sternfreunde: Lichtverschmutzung ist Gift für Sterngucker. Um die Sterne sehen zu können, müssen Amateurastronomen raus aus den Städten. Das gilt heute noch mehr als 1987 (Vereinsgründung).
RTL 2-0-8: Wer kennt noch das allabendliche Gekrache und Gefiepse auf der Mittelwelle von Radio Luxemburg? Ab 20.00 Uhr ging es dort international und kultig zu. Zur nächtlichen Hörerschaft des britischen Radioprogramms von RTL (Eigenwerbung: "The station of the 80's") mußte man sich mit diesem Autoaufkleber einfach bekennen.
Gewerkschafter gegen das Atomprogramm: Anti-Atomkraft-Aufkleber für Streichholzschachtel, um 1978/79. 2-farbiger Offsetdruck auf selbstklebendem Papier. "AKW'S SICHERN KEINE ARBEITSPLÄTZE"
Gegen Legebatterien: Früher Aufkleber gegen Käfighaltung von dem "Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung". Den Verein gibt es auch heute noch: "PROVIEH - Verein gegen tierquälerische Massentierhaltung". Die Federzeichnung der Käfighenne stammt von mir.