Bowe Bergdahl "Ein komplizierter junger Mann"
Bowe Bergdahl war fünf Jahre Gefangener der Taliban. Die Extremisten haben ihn gegen inhaftierte Islamisten ausgetauscht, hier ein Bild von einem Video seiner Freilassung. Nach einem Aufenthalt in einem Militärkrankenhaus in Deutschland soll Bergdahl in die USA gebracht werden.
Dieses Bild zeigt Bowe Bergdahl vor seiner Gefangennahme. Offiziell war er der letzte Kriegsgefangene der USA in Afghanistan.
Unterstützer freuen sich auf Bergdahl, hier am Dienstag in Washington D.C. "Willkommen zu Hause, Bowe", steht auf dem Plakat.
Doch über Bergdahl wird in den USA heftig gestritten. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel wurde bei einer Anhörung vor dem Repräsentantenhaus in Washington am Mittwoch ins Kreuzverhör genommen. Die Republikaner kritisieren den Gefangenenaustausch.
Präsident Barack Obama, hier mit den Eltern Bergdahls, verteidigt das Vorgehen seiner Regierung. "Wir holen einen amerikanischen Soldaten zurück, wenn er gefangen gehalten wird. Punkt."
Ein Video der Taliban zeigt, wie die Freilassung Bergdahls ablief. Acht Minuten dauert der Film.
Mehrere Kämpfer stehen zunächst wartend um den Pick-up, in dem der Gefangene sitzt. Einige halten Granatwerfer und Kalaschnikows in den Händen. Neben dem Wagen steht ein Aufständischer mit einer weißen Flagge, ein anderer hält ein Funkgerät in der Hand. Weitere Kämpfer sind auf Hügeln postiert.
Die Übergabe an die Amerikaner dauert nur wenige Sekunden. Drei Amerikaner in Zivil schütteln kurz Hände mit den Taliban, einer legt kurz den Arm um Bergdahl und bringt ihn zum Hubschrauber. Dort soll Bergdahl später in Tränen ausgebrochen sein.
Der Gefangenenaustausch hat eine große Kontroverse in den USA ausgelöst. Im Gegenzug kamen fünf Terrorverdächtige aus dem Gefangenenlager Guantanamo Bay frei. Dieses Bild zeigt Bergdahl in einem Taliban-Propagandavideo von 2010.
Taliban-Führer Mullah Omar, hier ein undatiertes Bild, das ihn angeblich zeigen soll, feierte die Freilassung seiner Gesinnungsgenossen als "großen Sieg".
Die Umstände der Gefangennahme Bergdahls sind noch immer unklar. In den USA sorgte der Fall des gekidnappten Sergeants für großes Aufsehen. Auf dieser Plakatwand, die im Februar bei Sokane im Bundesstaat Washington stand, schrieben Bergdahls Unterstützer: "Er kämpfte für uns... Lasst uns für ihn kämpfen!"
Unterstützer erinnerten immer wieder an den gefangenen Bergdahl. Sie feiern nun die Freilassung des 28-Jährigen. Er wird zurzeit in einem US-Militärkrankenhaus in Rheinland-Pfalz medizinisch und psychologisch untersucht.