Braunaus Vergangenheit - DER SPIEGEL
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Braunaus Vergangenheit Mit Hitler leben

Frankfurt hat Goethe, Düsseldorf hat Heine - und Braunau hat Hitler. Wie ein Fluch lastet der Name ihres bekanntesten Sohnes auf der pittoresken Kleinstadt am Inn. Lange machten skrupellose Geschäftsleute hier Geld mit Hitler-Souvenirs - bis ein Bürgermeister zum Exorzisten wurde. Von Marion Kraske, Wien
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Braunau am Inn: Stadtansicht der österreichischen Kleinstadt Braunau am Inn, die als Geburtsort Adolf Hitlers weltberühmt wurde.

Foto: Michael Appelt
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Rundfahrt in Braunau: Adolf Hitler lässt sich beim Einmarsch in Österreich am 12. März 1938 in einem Mercedes-Geländewagen durch Braunau am Inn fahren, die Menschenmenge begrüßt ihn mit dem "Hitlergruß". Im Hintergrund ist die Grenzbrücke mit Hakenkreuzfahne zu sehen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek/Heinrich Hoffmann
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Hitlers Geburtshaus: Elfriede Hölbing am 19. Mai 2008 vor Adolf Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn. "Es ist unser Pech, dass eine negative Persönlichkeit wie Hitler hier geboren wurde", so die Stadtführerin.

Foto: Michael Appelt
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Geburtshaus um 1934: Adolf Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn um 1934, am Dach weht eine Hakenkreuzfahne.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Friedrich Weiler
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Hitlers Taufschein: Am 12. November 1924 nachträglich im Pfarramt von Braunau am Inn ausgestellter Taufschein und Geburtszeugnis Adolf Hitlers. Vater Alois ist als Zollamtsoffizier gelistet, Mutter Klara als eheliche Tochter von Johann Pölzl.

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Florian Kotanko: "Wir mussten einen Kontrapunkt gegen die ständig negative Berichterstattung setzen", so der Historiker und Direktor des Braunauer Gymnasiums Florian Kotanko. Daher gründete er zusammen mit Kollegen den Verein für Zeitgeschichte. Einmal im Jahr kommen nun Historiker, Soziologen und Zeitzeugen nach Braunau am Inn, um zu diskutieren.

Foto: Michael Appelt
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Salzburger Vorstadt 15: Das heute in ein freundliches gelb getünchte Geburtshaus Hitlers war über viele Jahre das schäbigste Haus in der gesamten Vorstadt Braunaus - lange konnte man sich nicht darauf einigen, was damit geschehen sollte.

Foto: Michael Appelt
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Ankunft in Braunau: Mit hochgeschlagenem Kragen begrüßt Adolf Hitler am 12. März 1938 SS-Angehörige und Soldaten an der Grenzbrücke in Braunau am Inn.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek / Heinrich Hoffmann
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Ortseingang: Obwohl die NSDAP in Braunau am Inn bei den Wahlen 1931 nur auf 8 Prozent kam, ist der Ort in Oberösterreich als Hitlers Geburtsstadt unwiderruflich mit dessen Namen verbunden. Gerade deshalb ist es der Stadtführerin Elfriede Hölbing wichtig, Gästen zu zeigen, dass die Kleinstadt mehr zu bieten hat, als diese Person. "Der fünfthöchste in ganz Österreich", so Hölbing stolz über den Kirchturm des Braunauer Doms.

Foto: Michael Appelt
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Bürgermeister Gerhard Skiba: Gerhard Skiba startete seine Zeit als Bürgermeister von Braunau am Inn mit einer Provokation. Zum 100. Geburtstag Adolf Hitlers am 20. April 1989 ließ er einen Gedenkstein vor dessen Geburtshaus platzieren.

Foto: Michael Appelt
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Gedenkstein: Seit 1989 steht vor dem Geburtshaus Adolf Hitlers ein Gedenkstein mit den Worten "Für Frieden, Freiheit und Demokratie. Nie wieder Faschismus. Millionen Tote mahnen." Der Granitblock stammt aus dem Steinbruch des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen.

Foto: Michael Appelt
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Begrüßung in Österreich: Als Adolf Hitler am 12. März 1938 mit seinen Truppen einmarschiert, schwenken die Menschen aus Braunau am Inn freudig Hakenkreuzfähnchen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek / Heinrich Hoffmann
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Tagesheimstätte Braunau: In der Salzburger Vorstadt Nummer 15, Hitlers Geburtshaus, hat heute die Lebenshilfe Öberösterreich eine Dependance. Behinderte Menschen - die unter den Nationalsozialisten zu unwertem Leben erklärt wurden - erhalten hier die Möglichkeit, kreativ zu arbeiten. "Die Unterbringung der Lebenshilfe ist die beste Widmung, die man sich für das Hitlerhaus denken kann", so Braunaus Bürgermeister Gerhard Skiba.

Foto: Michael Appelt
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Stadtansicht: Bis Gerhard Skiba 1989 einen Gedenkstein vor dem Geburtshaus Adolf Hitlers errichten ließ, machten einige Ladenbesitzer in Braunau am Inn gute Geschäfte mit Hitler - es gab Hitleraschenbecher, Hitlertassen und sogar Hitlerwein. "Ich habe denen klar gemacht, dass sie der Stadt damit keinen Gefallen tun", so der Bürgermeister.

Foto: Michael Appelt
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Braunau am Inn 1938: Im April 1938 prägten Hakenkreuze das Stadtbild von Braunau am Inn - hier zu sehen das Stadttor mit einem riesigen Hakenkreuz am Turm.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek / Heinrich Hoffmann
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Trauungsschein: Am 25. April 1938 in Braunau am Inn ausgestellter Trauungsschein von Antonia Mayer und Karl Hitler.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Bayerische Staatsbibliothek / Heinrich Hoffmann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?