Braune Vorgeschichte - DER SPIEGEL
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Braune Vorgeschichte Der Contergan-Erfinder

Als Forschungsleiter der Firma Grünenthal Chemie entwickelte Dr. Heinrich Mückter das verhängnisvolle Medikament Contergan. Hinweise auf Missbildungen ignorierte er - ein Verhalten, dass er so ähnlich schon Jahre zuvor an den Tag gelegt hatte. Doch im größten Arzneimittelskandal der Nachkriegsgeschichte interessierte sich offenbar niemand für seine Vergangenheit.
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Spiel auf Zeit: Die Angeklagten Dr. Mückter (v.r.) und Dr. Sievers mit ihren Rechtsanwälten Schmitz, Waldowski und Damassiotis vor dem Hauptsitz der Grünenthal Chemie in Stolberg. Am 283. Verhandlungstag, am 18. Dezember 1970, wurde der Prozess ohne Urteil durch Gerichtsbeschluss beendet - wegen geringfügiger Schuld der Angeklagten und mangelnden öffentlichen Interesses.

Foto: Wilhelm Bertram/ dpa
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Erdrückende Beweislast: Nach sechsjähriger Vorarbeit fand am 27. Mai 1968 in Alsdorf der erste Verhandlungstag im Contergan-Prozess statt. Mehr als zwei Jahre lang beschäftigten sich die Richter mit der Frage nach der Verantwortung für die Missbildungen bei Neugeborenen von Müttern, die während der Schwangerschaft das verharmloste Schlafmittel eingenommen hatten.

Foto: SANDUCK/ AP
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Häftlinge im KZ Buchenwald: Das Foto zeigt Buchenwald-Gefangene kurz nach der Befreiung des KZ. Um den Fleckfieber-Impfstoff auszuprobieren, infizierte Mückter KZ-Häftlinge in Buchenwald mit dem Wirkstoff. Wie viele von ihnen grausam umkamen, ist nicht geklärt.

Foto: AP
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Unbehelligter Aufstieg: Hier, bei der Grünenthal Chemie in Stolberg nahe Aachen, startete Dr. Mückter nach dem Krieg eine steile Karriere. Hinweise auf Missbildungen bei Neugeborenen durch Contergan ignorierte der Mediziner und Chemiker einfach.

Foto: dpa
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Leben mit dem Drama: Fatale Folgen der Schlaftablette Contergan: Allein in Deutschland kamen rund 5000 Babys mit Missbildungen auf die Welt. Das Foto vom 10. Dezember 1968 zeigt "Contergan-Kinder" beim Schwimmunterricht in Lämershagen bei Bielefeld.

Foto: AP
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Kleiner Mann, große Karriere: Thomas Quasthoff ist einer der berühmtesten Contergan-Geschädigten. Der nur 1,35 Meter große Mann schaffte den Aufstieg zu einem der weltbesten Baritonsänger und wurde Professor an der Musikhochschule in Detmold.

Foto: dpa
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"Wie Zuckerplätzchen": Als "ungiftig" und "harmlos" bewarb die Firma Grünenthal Chemie 1957 ihr neuestes Produkt: ein Schlafmittel mit dem Wirkstoff Thalidomid. Fatal waren die Folgen: Weltweit führte Contergan bei rund 12.000 Menschen zu Missbildungen.

Foto: Max Ehlert / OHNE
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