Braunkohle-Boom: Bilder aus der Lausitz - DER SPIEGEL
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Lausitz Land der Kohle

Stromerzeugung aus Braunkohle ist schlecht fürs Klima - und in Deutschland ein Milliardengeschäft. Nicht trotz, sondern gerade wegen der Energiewende. In der Lausitz sollen sogar neue Tagebaue entstehen.
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Tagebau Jänschwalde: Die Braunkohle boomt in Deutschland. Nach Berechnungen der AG Energiebilanzen wurden 2013 aus dem heimischen Rohstoff 162 Milliarden Kilowattstunden Strom hergestellt. Es ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung. Die Lausitz profitiert davon - rund 8200 Jobs dort hängen direkt von Vattenfall ab. Rechnet man Zulieferer und Servicefirmen dazu, landet man bei insgesamt etwa 25.000.

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Braunkohleabbau (im Tagebau Jänschwalde): Wegen des Anstiegs der Braunkohleverstromung droht Deutschland seine Klimaziele für das Jahr 2020 zu verpassen. Im Vergleich zu 1990 sollen die CO2-Emissionen dann eigentlich 40 Prozent niedriger liegen. Doch das dürfte nun schwierig werden.

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Vattenfall-Kraftwerk in Jänschwalde (im Februar 2012): Ein Jahr hat 8700 Stunden - und 7500 bis 8000 davon laufen die Kraftwerke des Konzerns mit maximaler Leistung. "Da ist nicht mehr viel Luft nach oben", sagt Hartmuth Zeiß, Vorstandschef in der Bergbausparte von Vattenfall. Bei der Verbrennung von Braunkohle wird allerdings besonders viel CO2 frei.

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Abraumhalden im Braunkohletagebau Welzow (im April 2014): Deutschland produziert schon jetzt mehr Braunkohle als jedes andere Land der Welt. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat ausgerechnet, dass der Gesamtwert zuletzt 8,4 Milliarden Euro pro Jahr betrug. Befürworter der Kohle argumentieren auch damit, dass der Rohstoff nicht teuer im Ausland eingekauft werden muss.

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Ortsausgangsschild von Welzow (im Juni 2014): Vattenfall darf seinen Tagebau Welzow-Süd nach einem Beschluss von Brandenburgs Landesregierung um rund 20 Quadratkilometer erweitern. Etwa 800 Menschen sollen dadurch ihre Heimat verlieren - damit ab dem Jahr 2027 weitere 200 Millionen Tonnen Braunkohle abgebaut werden können.

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Bereit für den Abriss: "Tack Sverige" ("Danke, Schweden") steht auf diesem Haus am Ortsrand von Proschim. In der schwedischen Zentrale von Vattenfall entscheidet sich wohl auch das Schicksal der Braunkohle in Deutschland. Rund 80 Orte sind über die Jahre in der Lausitz verschwunden, damit die Tagebaue und Kraftwerke wachsen konnten. Nicht zum Selbstzweck, sondern um den Strom zu produzieren, den jeder verbraucht hat.

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Braunkohle-Gegnerin Petra Rösch in Proschim (Juni 2014): "Kommen wird dieser Tagebau nie. Dafür werde ich arbeiten, solange mein Herz schlägt", sagt die Ortsvorsteherin. Sie hofft, dass ihr fast 500 Jahre altes Dorf stehenbleiben kann - mit der Backsteinkirche, mit dem Museum in der alten Schule, mit der Biogasanlage, den Windrädern und dem Solarpark am Ortsrand.

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Proteste gegen den Kohleabbau (in Cottbus, Mai 2014): Kohlegegner drohen mit einer Klagewelle gegen den neuen Tagebau. Sie hatten 121.000 Unterschriften gesammelt.

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Kohle-Unterstützer (am Rande einer Kabinettssitzung in Herzberg, Juni 2014): Naturschutz gegen Arbeitsplätze - von diesem Streit in der Lausitz ist immer wieder die Rede. Der von Vattenfall geförderte Verein "Pro Lausitzer Braunkohle" hat 68.000 Unterschriften gesammelt, für die Kohle. Es geht bei dem Streit auch darum, dass die Menschen, die von der Kohle leben, Arbeit und Perspektive behalten.

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Tagebau Jänschwalde: Die Förderbrücke des Typs F60 ist die größte bewegliche Maschine der Welt, rund einen halben Kilometer ist sie lang. Vorn nimmt sie die Kohle auf und schüttet sie auf Förderbänder, weit hinten speit sie den Abraum aus. Auf diesem Bild ist nur ein Teil von ihr zu sehen.

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Abraumhalden des Tagebaus Nochten, Kraftwerk Boxberg (im März 2009): Für die Tagebaue wird nicht nur die Landschaft komplett umgepflügt und muss mühevoll rekultiviert werden. Die Folgen der Kohle sind auch lange nach dem Ende der Förderung spürbar. Das zeigen...

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... auch die von Eisenhydroxyd verpesteten Wasserkanäle, die die Touristenidylle im Spreewald bedrohen. Die ockerrote Substanz wird aus alten Tagebaugebieten ausgespült. Hier ist ein Fließ am Naturspreewaldhafen in Ragow nahe Lübben zu sehen. Das Bild stammt vom Februar 2013.

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Wasserbehandlungsanlage bei Vetschau (Mai 2014): Für die Sanierung der alten Bergbaugebiete ist die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) zuständig. Sie hat zum Beispiel eine Wasserbehandlungsanlage am so genannten Eichower Fließ eröffnet, einem Zufluss zum Spreewald.

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