Erste Feuerwehrfrau New Yorks Berkmans Bewährungsprobe
Abschluss: Im November 1982 posiert die Absolventin der Feuerwehrakademie für ein Foto vor der Frauenumkleide. Akzeptiert waren die Frauen lange nicht. Mit Schikanen und unkollegialem Verhalten hätten Männer ihnen den Arbeitsalltag erschwert.
Früh übt sich: Berkman im Alter von zweieinhalb Jahren mit Feuerwehrkappe. Ihre Eltern hätten sie erzogen, anderen Menschen zu helfen. Sie kannte keine Feuerwehrfrauen, Polizistinnen oder Ärztinnen. Das wollte sie ändern.
Erster Jahrgang: Im November 1982 ging die erste Klasse mit weiblichen Feuerwehrkräften von der Akademie ab - gemeinsam mit 103 Männern.
Anschauungsunterricht: Berkman, umringt von Kollegen, beobachtet eine Vorführung von Feuerwehrtechniken.
White House Fellow: Berkman war 1996 der erste Programmteilnehmer überhaupt aus den Reihen der Feuerwehr. White House Fellows arbeiten ein Jahr lang im Büro des Präsidenten. Berkman hatte es mit Bill Clinton zu tun.
Einsatzkleidung: 26 Jahre arbeitete Berkman für die New Yorker Feuerwehr. Die Departments wechselte sie häufiger, wenn es Ärger mit Kollegen, aber auch Kolleginnen gab.
privat
Trauma einer Nation: Am 11. September 2001 stürzten mitten in Manhattan die Türme des World Trade Centers ein. Islamistische Terroristen hatten zwei Flugzeuge in die Twin Towers gejagt. Für die Einsatzkräfte ein extremer Einsatz: Mehr als 330 Feuerwehrleute ließen ihr Leben bei dem Versuch, Menschen zu retten. Viele weitere starben später, zum Beispiel an Rauchvergiftungen infolge des Einsatzes.
Ruinenstadt: Es wirkt wie ein Gemälde, bei genauerem Hinsehen erkennt man die Feuerwehrleute, die Ground Zero begutachten. "Ich habe nur versucht, alle zusammenzuhalten, und geguckt, dass nichts auf uns stürzt", sagt Berkman über den Einsatz mit ihrem Team. Am Morgen des 12. September waren sie zurück am Ort des Schreckens.
Tagelange Arbeiten: Berkman (rechts) und ihre Kollegen mussten immer wieder zurück. "Es fühlte sich an, als würde man Fotos auf einem Friedhof machen", sagt sie.
Gedenken: Nach den Anschlägen vom 11. September hatte die Feuerwehr unzählige Kollegen zu betrauern. Noch Tage später sei die Situation schrecklich gewesen, "weil wir immer noch Überlebende suchten mit schlechter Ausrüstung".
Beförderung: Zum Captain befördert begannen 2002 ihre letzten sechs Dienstjahre. Berkman findet, sie hätte diesen Schritt früher in Angriff nehmen sollen.
Rückblick: In der Dokumentation "Taking the Heat" aus dem Jahr 2006 spricht Berkman über ihre Karriere im Dienst der New Yorker Feuerwehr (FDNY). Im Rang eines Captains ging sie 2008 in den Ruhestand.
Medienfigur: Sie war die Erste - und die Lauteste. Über ihren Umgang mit den Medien sagt Berkman, sie hätte sich früher und mehr damit beschäftigen müssen, was für eine Wirkung sie in der Öffentlichkeit entfalte.
Vorbild: Sie wolle Mädchen und junge Frauen motivieren, sich mit Berufsfeldern zu beschäftigen, die vorgeblich männlich seien. In der Organisation United Women Firefighters, deren erste Präsidentin sie war, ist sie weiter aktiv.
Gleichgesinnte: Die Feministin und Schriftstellerin Gloria Steinem (links) bezeichnet Berkman als "Shero". Berühmt wurde Steinem, nachdem sie 1963 undercover als Playboy-Bunny gearbeitet hatte. Der über die Erfahrungen dort veröffentlichte Artikel "A Bunny's Tale" war bahnbrechend.
Wiederaufbau: Nach Hurrikan Katrina, der 2005 im Südosten der USA große Zerstörungen anrichtete, fuhr Berkman (Zweite von links) ins Krisengebiet, um beim Wiederaufbau zu helfen.
Women's march: Anfang 2017 protestierten in Washington Tausende gegen US-Präsident Donald Trump. Unter den Demonstranten auch Brenda Berkman (rechts), die in New York lebt.