Brenner Im längsten Eisenbahntunnel der Welt
Baustellenabschnitt des Brenner Basistunnels: Zwischen Österreich und Italien entsteht für zehn Milliarden Euro der mit 64 Kilometern längste Tunnel der Welt.
Tunnelchef Konrad Bergmeister: Das Bauwerk der Superlative feiert praktisch Halbzeit. Vor zehn Jahren begann alles mit dem Ausbrechen eines Erkundungsstollens, in etwa zehn Jahren soll der Tunnel fertig sein und den Personen- und Güterverkehr auf der Schiene beflügeln.
Projektleiter Andrea Lussu im Kontrollzentrum der Tunnelvortriebsbohrmaschine: Für Zugreisende wird der Tunnel die Fahrt gen Süden stark beschleunigen. Die Fahrzeit zwischen Innsbruck und Franzensfeste in Südtirol verringert sich von 90 auf 25 Minuten. Wer von München nach Verona will, wird bei vollem Ausbau des gesamten Korridors nur noch vier statt sieben Stunden brauchen.
Modell des Bohrkopfs: Mit 1600 Tonnen Druck fräsen sich die mechanischen Ungetüme aus Stahl täglich bis zu 20 Meter durch den Berg.
Rettungskabine im Tunnel: Beim Bau des Brenners werden eine Reihe logistische und technische Neuerungen ausprobiert. Geologen prognostizieren zum Beispiel bemerkenswert präzise die nötige Sprengkraft und haben so den Schutt um 65 Prozent verringert. Trotzdem fallen noch immer 17 Millionen Kubikmeter davon an - ein Schuttberg so hoch wie sieben Cheops-Pyramiden.
Bergmeister und Lussu: In Teilen Bayerns wird das Projekt bekämpft - nämlich von Gemeinden, auf deren Gebiet die Bahnstrecke wegen der angestrebten verkehrsreicheren Zufahrt zum Tunnel aus- oder neugebaut werden soll.