Brian Jones Sympathy for the Devil
The Evil Genius - das böse Genie, hier ganz sanft. Brian Jones, der Gründer der Rolling Stones, war eine widersprüchliche, zwiespältige Persönlichkeit. Er konnte charmant sein und bösartig, manisch und depressiv, konstruktiv und destruktiv. Seine Bandkollegen reagierten nicht sehr überrascht, als er am 3. Juli 1969 starb - gefunden wurde er
Grown Up Wrong: Brian Jones wurde 1942 in eine für damalige Verhältnisse wohlhabende Familie in Cheltenham geboren, die über ein Auto, ein Telefon und ein Haus in einer besseren Gegend verfügte. Der Vater war Flugzeugingenieur, die Mutter Klavierlehrerin. Doch als Brian ein Teenager war, wurden die Konflikte mit seinen Eltern und Lehrern immer härter. Es ging ihm um Freiheit.
I just Want To Make Love To You: Von Verhütung wusste Brian Jones nichts oder wollte nichts wissen. Bevor er Mitte der Sechzigerjahre zu einem Superstar der Popwelt wurde, setzte er drei Kinder in die Welt, um die er sich nicht weiter kümmerte.
Little By Little: Im Januar 1963 gaben sie ihr erstes Konzert mit der endgültigen Besetzung, im Sommer 1963 erschien ihre erste Platte, sie begannen vor allem in Großbritannien und den USA auf Tournee zu gehen. Das Foto zeigt Bassist Bill Wyman, Gitarrist Brian Jones, Sänger Mick Jagger, Gitarrist Keith Richards und Schlagzeuger Charlie Watts (von links) am 22. Juli 1965. Zunächst machten sie mit Schlips und Kragen noch Zugeständnisse an die konservativen Konventionen - allerdings nicht lange.
You Can Make It If You Try: Im Alexandra Palace im Norden Londons spielen Jones und die Stones am 26. Juni 1964. An diesem Tag erscheint auch ihre Single "It's All Over Now". Damit erreichte die Band in Grossbritannien zum ersten Mal Platz eins der Charts. Es war ein Cover - den Song geschrieben haben nicht, wie später fast alle Nummern der Stones, Mick Jagger und Keith Richards, sondern die US-Soulmusiker Bobby und Shirley Womack.
Sympathy For The Devil: Als Kontrast und in Konkurrenz zu den netten Beatles gaben die Rolling Stones unter den erfolgreichen Beatgruppen der Sechzigerjahre in England die Bad Boys, die rotzigen Rebellen. Besonders gut in dieser Rolle waren die beiden Gitarristen Keith Richards und Brian Jones. Dazu gehört auch, dass die beiden mal wegen öffentlichen Urinierens verurteilt wurden.
I Can't Get No Satisfaction: Obwohl sie alle aus ordentlichen weißen Mittelklassefamilien kamen, legten die Rolling Stones sich das Image von Underdogs zu, von verkannten und unterdrückten jungen Männern, die gegen das Establishment rebellierten. Sie adaptierten den Blues der unterdrückten Schwarzen in den USA. Ihnen fehlte das Fröhliche, Spielerische der Popmusik, das die Beatles und andere Beatgruppen auszeichnete.
All Sold Out: "Ich kenne jetzt die Hölle", sagte die deutsche Schauspielerin Marianne Koch über das Konzert der Rolling Stones in der West-Berliner Waldbühne am 15. September 1965. Laut Polizeibericht gab es 87 Verletzte und 17 demolierte S-Bahn-Züge. Der "Tagesspiegel" schrieb von "Barbarismus", das "Neue Deutschland" vom "Ausscheiden jeden Denkens".
Flight 505: Die Rolling Stones wurden zu den Kings of Cool in Swinging London. Das Foto zeigt auf dem Flughafen London Heatrow nach der Rückkehr von einer Europatournee am 6. April 1966: Charlie Watts, Mick Jagger, Keith Richards, Bill Wyman, Brian Jones.
Love In Vain: Mit dem Münchner Model Anita Pallenberg repräsentierte Brian Jones wie kein anderer die glamouröse Dekadenz der "Swinging Sixties" in London. Doch die Beziehung endete in wilden Streits; bei einem brach sich Brian Jones einen Finger und konnte zwei Monate lang kein Instrument spielen. Pallenberg lief schließlich zum Stones-Gitaristen Keith Richards über und bekam mit ihm drei Kinder.
I Wanna Be Your Man: Brian Jones mit Bewundererinnen im Juni 1967. "Was Frauen angeht", sagt der Schriftsteller Barry Miles über Jones, "hatte er eine schreckliche Einstellung. Doch das war damals nicht ungewöhnlich." Zwischen den Stones-Musikern gab es einen ausgeprägten Wettstreit um Groupies, Aufmerksamkeit und zugleich die besten Songs. Mick Jagger und Keith Richards liefen Jones, der anfangs der Chef war und in den frühen Jahren den Ton angab, zunehmend den Rang ab.
Jumpin' Jack Flash: Brian Jones war das Enfant terrible der Rolling Stones, der Wildeste von ihnen. Charlie Watts, der Schlagzeuger, sagte später einmal: "Er hat mir immer ein bißchen leidgetan. Er war nicht besonders nett, er war nicht besonders liebenswürdig."
Salt Of The Earth: Für das Cover der LP "Beggars Banquet" inszenierten die Stones ein luxuriöses Gelage in einem Hotel, bei dem sich Jones und Jagger in Fantasieuniformen mit Essen bewarfen (5. Dezember 1968).
Dear Doctor: Rauschgift aller Art, aber auch regelmäßige Razzien der Polizei und Anklagen wegen des Besitzes und Konsums illegaler Drogen machten den Stones zu schaffen, besonders aber Brian Jones - hier nach einem Gerichtstermin in London wegen des Besitzes von Cannabis am 21. Mai 1968. Er nahm viel LSD und schluckte zum Schluss das Schlafmittel Mandrax und Methamphetamine, heute bekannt als Crystal Meth.
With A Little Help From My Friends: Einer der Superstarfreunde von Brian Jones war John Lennon, der Kopf der Beatles. Auf diesem Bild sind die beiden mit Johns Frau Yoko Ono und seinem Sohn Julian zu sehen, im Hintergrund Roger Daltrey, Sänger von The Who, anlässlich der Aufzeichnung einer Fernsehshow im Dezember 1968. Nach seinem Rauswurf bei den Rolling Stones sprach Jones mit Lennon über mögliche gemeinsame musikalische Projekte.
You Can't Always Get What You Want: Bei der TV-Show "The Rolling Stones Rock and Roll Circus" spielten die Stones am 11. Dezember 1968 in voller Besetzung; ganz links Brian Jones, der sich allerdings längst von der Gruppe und ihrem Führungsduo Mick Jagger und Keith Richards entfremdet hatte.
Gimme Shelter: Paparazzi fotografierten verstörte Freundinnen von Brian Jones ab, als sie sein Landhaus verlassen, nach der Nacht, in der sie den Ex-Rolling-Stone ertrunken im Swimmingpool gefunden hatten; in der Mitte die schwedische Tänzerin Anna Wohlin, letzte Freundin des Gründers der Rolling Stones.
Goin' Home: Brian Jones wurde eine Woche nach seinem Tod in seiner Geburtsstadt Cheltenham in der Grafschaft Gloucstershire zu Grabe getragen. Ein paar Schritte weiter hatte er einst als Junge im Chor gesungen.
In Another Land: Bei der Beerdigung von Brian Jones standen die Eltern Louisa und Lewis Jones (links) in der ersten Reihe hinter dem Sarg, rechts daneben Brians Schwester Barbara und seine frühere Freundin Suki Potier.
It's Only Rock And Roll: Ein Chauffeur und Tourmanager der Rolling Stones sorgte dafür, dass Brian Jones bei seiner Beerdigung als Musiker gewürdigt wurde - sein Sarg wurde mit einer Gitarre aus Blumen dekoriert.
On With The Show: Zwei Tage nachdem Brian Jones tot in seinem Swimmingpool gefunden worden war, gaben die Rolling Stones mit seinem Nachfolger Mick Taylor ein Free Concert im Londoner Hyde Park. Mick Jagger las am Anfang aus einem Gedicht von Percy Shelley, dann wurden mehrere Hundert weiße Schmetterlinge freigelassen. Die Stones klangen anschließend sehr schräg, die Gitarren waren stark verstimmt. Als letzte Nummer spielten sie eine 18 Minuten lange Version von ihrem Song "Sympathy For The Devil".