Briefe an Bismarck - DER SPIEGEL
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Briefe an Bismarck "Größter aller Zeiten des Kontinents"

Liebesgrüße von Pennälern und Turntipps vom Arzt: Selbst im Ruhestand konnte sich Reichsgründer Otto von Bismarck vor Fanpost nicht retten. Jetzt haben Schüler zum ersten Mal einen Teil der 6000 noch unerforschten Huldigungsbriefe an den "Eisernen Kanzler ausgewertet.
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Bismarck-Vignette: "Eiserner Kanzler" war der Kosenamen der Deutschen für Otto von Bismarck. In vielen Huldigungsbriefen an den Politiker taucht das Motiv in veränderter Form auf "Durchlaucht! Wir ehren immer in dir den Eisenmann", schrieb etwa ein Anhänger 1896.

Foto: Otto-von-Bismarck-Stiftung
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Studenten huldigen Bismarck: Zum 80. Geburtstag des "Eisernen Kanzlers" am 1. April 1895 reisten rund 7000 Studenten in Sonderzügen zu Bismarcks Alterssitz in Friedrichsruh bei Hamburg. Sie sangen dem Jubilar ein Ständchen, der bedankte sich vom Balkon aus.

Foto: Otto-von-Bismarck-Stiftung
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Reichsgründung in Versailles: Der Maler Anton von Werner hielt die Kaiserproklamation von 1871 im Versailler Spiegelsaal in Öl fest. Es ist die vielleicht berühmteste Ikone des Bismarck-Kults. Die verbalen Huldigungen waren nicht minder barock. "Der du Deutschland schufest als einzig ein'ges Reich und zu Weltmacht kröntest", begann ein Verehrer seinen Brief an Bismarck 1896.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Hermann Buresch
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Bismarck-Brosche: Bismarcks Friseur schlug aus dem Kult um seinen Kunden kräftig kapital - er klaubte dessen geschnittene Haare auf, klemmte jeweils drei hinter eine Brosche und verkaufte diese mitsamt einer notariellen Beglaubigung, dass die Reliquie echt seien.

Foto: Otto-von-Bismarck-Stiftung
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Huldigungsschreiben: Rund 450.000 Briefe und Postkarten soll Otto von Bismarck zu seinem 80. Geburtstag am 1. April 1895 aus ganz Deutschland erhalten haben. Die meisten gingen während des Zweiten Weltkriegs verloren. Von 6000 noch immer unausgewerteten Briefen an den Staatsmann haben Geesthachter Schüler jetzt erstmals 6000 entziffert und analysiert. Für ihre Forscherarbeit erhielten Sie einen ersten Preis beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten  2009.

Foto: Otto-von-Bismarck-Stiftung
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Pensionär Bismarck: Selbst als Bismarck längst seinen Lebensabend fernab der Politik im idyllischen Friedrichsruh genoss, feierten ihn seine Fans weiter als "Reichslenker". Das Bild wurde im Juli 1891 aufgenommen.

Foto: Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz/Strumper und Co.
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Otto von Bismarck: "Die deutsche Jugend wird stets bis zum letzten Blutstropfen für den Helden eintreten" - solche Zeilen bekam Otto von Bismarck noch zu einem Geburtstag in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts, als er längst im Ruhestand war.

Foto: DPA
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Feucht-fröhliches Glückwünsch-Telegramm: Bismarck-Verehrer bombardierten den Fürsten gerne mi Telegrammen. "Soeben 12 uhr nachts bringen bei schäumendem deutschen gerstensaft dem deutschesten manne im reiche donnernde hochs und ehrfuchtsvolle glueckwuensche zum heranbrechenden 83. lebensjahre dar: metzer daemmerschoppen" heißt es in diesem Schreiben. Solche Grüße waren nicht ungewöhnlich - vor allem Verbindungsstudenten ließen Bismarck gerne wissen, dass sie gerade einen "kräftigen Schoppen" auf ihn tranken.

Foto: Otto-von-Bismarck-Stiftung
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Pop-Ikone Bismarck: Noch heute gibt es ein regelrechtes Bismarck-Merchandising. Dieses T-Shirt zeigt den "Eisernen Kanzler"...

Foto: zazzle.de
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Bismarck-T-Shirt: ... von zwei Seiten. Selbst im 21. Jahrhundert lassen sich mit dem "Eisernen Kanzler" als Zufpferd ein paar Euro verdienen.

Foto: zazzle.de
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Prost Bismarck: Auch mehr als hundert Jahre nach seinem Tod ziert Bismarcks Porträt Tassen und T-Shirts.

Foto: zazzle.de
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Kaisermanöver: Nach dem Sieg von 1870/71 gegen Frankreich war der Ruhm des "Eisernen Kanzlers" auf ganz Europa übergesprungen. Hier beim "Kaisermanöver" 1883 bei Breslau wurden die Soldaten als unbesiegbare Armee vorgestellt. Die Fotografie stammt von Ottomar Anschütz 1883.

Foto: Karl Schillinger
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