Britische Antarktis-Expedition - DER SPIEGEL
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Britische Antarktis-Expedition Der Ruhm des Scheiterns

Zwei Pole, zwei Teams, ein Held: Vor 100 Jahren wollten gleichzeitig zwei Gruppen unter Leitung des Polarforschers Ernest Shackleton als Erste den magnetischen und den geografischen Südpol erreichen. Halb verhungert erreichte nur ein Team sein Ziel - doch gefeiert wurde ein Gescheiterter.
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Umstrittener Südrekord: Mit 88 Grad 23 südlicher Breite stellte Shackleton den alten Rekord von 1902, an dem er selbst beteiligt war, um sechs Breitengrade ein. Doch den Südpol verfehlte er dennoch um 97 Meilen - mindestens, sagen manche Historiker, die diese Zahl anzweifeln. Der Norweger Roald Amundsen sollte am 14. Dezember 1911 als erster Mensch den Südpol erreichen. Von links nach rechts: Adams, Wild und Shackleton. Das Foto machte Eric Marshall.

Foto: Getty Images
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Leben im Eis: Mehr als ein Jahr verbrachte Shackletons Forschungsteam in der Antarktis. Vor ihrem Aufbruch zum Pol nahmen die Forscher geologische und meteorologische Messungen vor, entwickelten Fotos und druckten ein eigenes Buch. Trotz dieser Ablenkung gingen sie sich während der langen Wintermonate schon bald auf die Nerven.

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Gescheiterte Helden: Unrasiert und noch gezeichnet von den Strapazen lässt sich das Süd-Team am 4. März 1909 auf der "Nimrod" fotografieren, bevor das Schiff die Antarktis verlässt. Das Ziel hatten die Männer um 97 Meilen verfehlt - doch gefeiert wurde Shackleton in England wie ein Volksheld. Von links nach rechts: Frank Wild, Ernest Shackleton, Eric Marshall und Jameson Adams.

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Vergessener Rekordhalter: Am 16. Januar 1909 erreichte Douglas Mawson mit seinen Kollegen Alistair Mackay und Edgeworth David den magnetischen Südpol. Trotz des Erfolges blieb Mawson im Schatten seines charismatischen Chefs Ernest Shackleton - obwohl der sein Ziel nicht erreicht hatte. 1911 leitete Mawson die erste australische Antarktis-Expedition.

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Das Expeditionsschiff: Für Shackleton war die "Nimrod" nur zweite Wahl. Zunächst wollte er die speziell für Polarfahrten gebaute "Bjorn" kaufen - doch das hätte sein Budget gesprengt. Als er die kleine und alte "Nimrod" zum ersten Mal sah, war er sehr enttäuscht - und musste das heruntergekommen Schiff schnell auf Vordermann bringen.

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Gefährliche Navigation: Die "Nimrod" bahnt sich den Weg durch Eisschollen. Da die Gewässer nur für kurze Zeit befahrbar waren, legte die "Nimrod" im Februar 1908 ab, um die Forscher ein Jahr später wieder abzuholen.

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"The Boss": Ernest Shackleton, Brite mit irischen Wurzeln, war bei seiner Mannschaft wegen seines unautorotären Führungsstils beliebt - und wurde einfach "The Boss" genannt. Er galt als guter Psychologe und Motivationskünstler.

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Shackletons Hütte: Heute ist Shackletons Basisstation bei Cape Royds eine Touristenattraktion. Eine Stiftung kümmert sich um den Erhalt. Die Hütte sieht so aus, als hätte Shackleton sie gerade verlassen: Neben Kakaodosen, Kochtöpfen und Laborinstrumenten hängen auch noch seine Socken auf der Leine.

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Berühmte Kekse: Von den 350 Kilogramm Proviant, die Shackletons Gruppe auf den Weg zum Südpol mitnahm, bestand die Hälfte aus besonders dicken Vollkorn-Keksen: Nur drei Prozent Wasser und 25 Prozent Plasmon, das die Speise härtet, vermerkte Shackleton stolz in seinen Aufzeichnungen. Ein Keks sollte ihn berühmt machen: Halb verhungert verschenkte ihn Shackleton seinem noch schwächeren Kameraden Wild - und spendierte Wild damit seine komplette Frühstücksration.

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Shackletons Hütte: Fast hätte Shackleton hier noch einen zweiten, langen Winter verbringen müssen, da sein vierköpfiges Team beinahe die "Nimrod" verpasste.

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Der Ritter: Auch wenn Shackleton auf seinen Expeditionen seine ehrgeizigen Ziele immer nur teilweise erreichte, liebten ihn die Briten und machten ihn zum Medienstar. Nach der "Nimrod"-Expedition wurde er zum Ritter geschlagen.

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Shackletons Grab: 1922 starb Ernest Shackleton bei der Vorbereitung für seine dritte Expedition an einem Herzinfarkt - ausgerechnet auf der Insel Südgeorgien (South Georgia). Denn hierhin hatte sich Shackleton 1916 bei seiner zweiten Antarktis-Expedition mit einem kleinen Boot retten können, nachdem sein Expeditionsschiff "Endurance" vom Packeis zermalmt worden war. Sein Grab liegt in der Hauptstadt Grytviken; Südgeorgien gehört zum britischen Überseegebiet.

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