Britische Atomwaffen in Schottland - DER SPIEGEL
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Britische Atomwaffen Seemonster an der Promenade

Die Schotten entscheiden beim Referendum nicht nur über ihre Unabhängigkeit, sondern auch über die britischen Atomwaffen. Bei einem "Yes" will die schottische Regierung die U-Boot-Flotte verbannen - ein alternativer Standort ist nicht in Sicht.
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Das britische Atom-U-Boot "HMS Vanguard" liegt in seinem Heimathafen, der Faslane-Marinebasis in Schottland. An Bord hat es 16 Atomraketen. Zusammen mit drei Schwesterschiffen bildet es den Kern der britischen Nuklearmacht.

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Im Fall der schottischen Unabhängigkeit will die schottische Regierung die Atom-U-Boote von ihrem Boden verbannen. Die Marine-Basis soll Hauptquartier der konventionellen schottischen Streitkräfte werden.

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Die "HMS Vigilant" in schottischen Gewässern: Der Stützpunkt in Faslane ist für die königliche Marine von besonderer Bedeutung. Von dort haben die Schiffe raschen Zugang zum offenen Meer. Einen Stützpunkt mit ähnlich günstigen Rahmenbedingungen hat das britische Verteidigungsministerium bisher kaum gefunden.

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Seit über 30 Jahren protestieren Friedensaktivisten im Faslane Peace Camp gegen die Atomwaffen. Das Wohnwagenlager steht an der Zufahrtsstraße zur Marine-Basis.

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Jimmy Watson wohnt seit einem Jahr in dem Peace Camp. Ein Ja zur schottischen Unabhängigkeit sei der erste Schritt zu echter Veränderung, sagt er.

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Auch Heather (links) will für ein unabhängiges Schottland stimmen, obwohl sie Engländerin ist. So eine Chance komme nicht wieder, sagt sie.

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In der 20.000-Einwohner-Stadt Helensburgh in der Nähe gehen die Meinungen über den Marinestützpunkt auseinander. Die meisten fürchten um die Arbeitsplätze, die verloren gehen könnten.

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Die "Yes"-Kampagne, die für die Unabhängigkeit kämpft, hat ein prominentes Haus auf dem zentralen Platz der Kleinstadt bezogen. Von hier wird der Endspurt im Wahlkampf organisiert.

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Im Hauptquartier hängt ein Terminplan für die Tage bis zum Referendum am 18. September. Die Unabhängigkeitsbefürworter liegen in den Umfragen hinten, doch sie sind optimistisch: Am 19. werde es Grund zum Feiern geben.

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Margaret Pollock (rechts), eine pensionierte Zahnchirurgin, ist die Organisatorin der "Yes"-Kampagne in Helensburgh. Hier versucht sie, einen unentschlossenen Wähler zu überzeugen. Alle Ausländer, die seit mindestens zwei Jahren in Schottland wohnen, dürfen mit abstimmen.

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Vor der Uferpromenade von Helensburgh pflügt alle paar Wochen ein Atom-U-Boot durchs Wasser. Wenn sie einmal nicht mehr da sind, hoffen einige Bewohner, könnte man Helensburgh in einen Badeort verwandeln.

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Hinter verschlossenen Türen arbeiten die Briten an einem Szenario für die Zeit nach einem positiven Votum. Ein wichtiger Faktor sind dabei die enormen Kosten, die eine Schließung des Stützpunkts (hier ein Bild von 2009) mit sich bringen würde. Das Ministerium geht von einem Milliardenaufwand für Dekommission und den Neuaufbau einer Basis auf britischem Boden aus.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?