Britische Kriegspropaganda - DER SPIEGEL
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Britische Kriegspropaganda Krieg der bunten Bilder

Blutrünstige Hunnen, Wölfe im Schafspelz, entmannte Versager: Auch Pinsel und Zeichenstift wurden im Zweiten Weltkrieg zur scharfen Waffe - nicht nur bei den Nazis. einestages zeigt selten gesehene Propagandaplakate aus dem britischen Nationalarchiv.
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Kein dummes Blondchen: "Halt den Mund, sie ist nicht so blöd" - dieses Plakat stammt aus der "Careless talk cost lives"-Kampagne und forderte die Soldaten dazu auf, sich vor Spionen - zumal weiblichen - zu hüten. Der Topos der weiblichen Spionin geht auf die niederländische Nackttänzerin Mata Hari zurück, die 1917 wegen vermeintlicher Militärspionage für das Deutsche Reich von den Franzosen hingerichtet wurde.

Foto: The National Archives
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Ohne uns geht nichts: Ein Werbeplakat für die Einsatztruppen des Heimathilfsdienstes ATS. Zu sehen ist eine junge Frau in ATS-Uniform. Im Hintergrund stehen uniformierte Soldaten an einem Flugabwehrgeschütz. Der Slogan "They can't get on without us" des im September 1938 in Großbritannien gegründeten Heimathilfsdienstes, dem hauptsächlich Frauen angehörten, demonstriert die Absicht, so viele Hilfskräfte wie möglich für die Front zu mobilisieren. Die Aufgabe der Frauen war, die Flieger lediglich "aufzuspüren", nicht die Waffen zu bedienen - manche der Frauen haben jedoch über die Erwartungen hinaus gehandelt. Der Wehrdienst für Frauen wurde 1941 eingeführt.

Foto: The National Archives
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Flammenmeer: Dieses Bild könnte zu der Serie "Back Them Up!" gehören. Zu sehen sind die britischen "Heavy Bomber" Stirling bei einem strategischen Angriff auf ein deutsches Industriegebiet. Der nächtliche Himmel wird erhellt durch die riesigen Flammen.

Foto: The National Archives
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Behalte es für dich: Ein Plakat, das der weitflächigen "Keep it Under Your Hat"- Kampagne von 1940 entstammt, verdeutlicht, dass jeder Bürger über wichtige Informationen verfügen kann, die bei unvorsichtiger Weitergabe eine Bedrohung für die gesamte Nation darstellen können. Jeder Bürger soll auf seine Verantwortung in diesem Zusammenhang hingewiesen werden. Zu sehen ist ein Filzhut, der für die Zivilbevölkerung steht; sie soll verantwortungsbewusst mit Informationen umgehen. Der Stahlhelm symbolisiert Soldaten, die dadurch geschützt werden können.

Foto: The National Archives
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Spion im Bett: Auf dem Plaket sitzt eine Prostituierte in verführerischer Pose auf einem Barhocker und schaut den Betrachter mit "Schlafzimmerbilck" an. Mit dem Bildtitel: "You Forget - but she remembers" wird ein Zusammenhang zwischen Prostituierten und ihrer möglichen Sponagetätigkeit thematisiert.

Foto: The National Archives
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Nicht husten: Eine Cartoon-Szene des Zeichners Herbert Mayo Bateman, der durch seine "The Man Who"-Serien bekannt wurde. Auf dem Plakat ist ein menschenüberfülltes Kinofoyer zu sehen, in dessen Mitte ein Mann heftig hustet. Das Bild wurde für eine Kampagne des Gesundheits- und Informationsministeriums verwendet, in der es um die Verbreitung von Erkältungskrankheiten ging. Der Öffentlichkeit sollte gezeigt werden, wie durch Gedankenlosigkeit nicht nur Erkältungen, sondern auch viele andere Krankeiten übertragen werden können.

Foto: The National Archives
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Maul halten: Das Plakat zeigt den Kopf eines Soldaten mit dem Mund als Reißverschluss, den der Soldat gerade zuzieht. Die Aufforderung "Schließe es" oder "Zieh es zu" gewinnt auf diesem eher heiteren Plakat mit dem die Kampagne begleitenden Satz "Careless talk costs lives" an Ernsthaftigkeit.

Foto: The National Archives
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Hitler will's wissen: Ein Plakat aus der Reihe "Careless talk", die auf die Brisanz unvorsichtig weitergeleiterter Informationen während des Zweiten Weltkrieges hinweisen sollte, zeigt das im Cartoonstil dargestellte Gesicht Adolf Hilters mit einem überdimensionalen Ohr. Der Titel: "Mr. Hitler wants to know!" wird im unteren Abschnitt durch einen vierzeiligen Reim ergänzt.

Foto: The National Archives
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Für den Liebsten: Eine junge, hübsch gekleidete Dame sitzt an einer Nähmaschine und schneidert Uniformen. Die Abbildung weist darauf hin, dass die Industrie während des Krieges nicht nur Panzer und Schiffe produziert hat.

Foto: The National Archives
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Werkzeug her: Auf dem von Frank Newbould 1941 entworfenen Plakat wird das Hakenkreuz von einer riesigen Zange zerdrückt. Das Motiv mit dem Schriftzug "Gebt uns die Werkzeuge und-" spielt an auf eine Ausstrahlung des Radiosenders BBC vom 9. Februar 1941, in der Churchill sich an Präsident Roosevelt richtet. In der Ansprache geht es darum, dass die Briten nun den Willen und den Mut gefasst haben, den Krieg gegen den Faschismus zu führen, und dass sie dazu noch die nötigen "Werkzeuge" brauchen, bei denen sie auf die Unterstützung der USA hoffen.

Foto: The National Archives
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Grüne Bestie: Dieser von Carl Giles gezeichnete Cartoon zeigt einen britischen und einen australischen Soldaten unter ihren jeweiligen Landesfahnen. Sie zielen von zwei Seiten mit ihren Luftgewehren, an denen ironischerweise vorn Dolche befestigt sind, auf einen unbewaffneten japanischen Soldaten, dargestellt auf rassistische Art - mit Hasenzähnen und viel zu langen Armen, Menschenaffen ähnlich. Das Bild entstand wahrscheinlich 1944, als sich die Konzentration Großbritanniens im Laufe des Krieges auf Japan verlagert hatte, ein für die britische Bevölkerung fernes Land. Viele Australier fühlten sich von Großbritannien im Stich gelassen, sie rechneten eher mit der Unterstützung durch die USA als durch die Briten.

(Korrektur: Abgebildet sind natürlich nicht Luftgewehre. Die Zeichnung orientiert sich an dem britischen Infanterie-Standardgewehr Lee Enfield. Korrekt heißt es auch Bajonett oder Seitengewehr, nicht "Dolch". einestages dankt seinen Lesern für ihre Hinweise.)

Foto: The National Archives
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Hausfrauenmarsch: Das im August 1940 von Yates-Wilson entworfene Plakat zitiert mit dem Slogan "Up hosewives and at 'am" einen Ausschnitt aus einer Rede von Herbert Morrison im August 1940. Darin forderte er Hausfrauen auf, ihren Hausmüll zu sammeln, inbesondere Papier, Metall und Knochen, um so recyclingfähiges Material zu beschaffen, das für die Rüstungsindustrie zur Verfügung gestellt werden sollte. Auf der Abbildung sieht man drei Hausfrauen verschiedener Generationen, die forschen Schrittes "Nützliches" herbeitragen.

Foto: The National Archives
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Teilzeit-Job: Das 1941 entstandene Plakat eines unbekannten Künstlers zeigt eine Frau, die Hitler ohrfeigt. Ihr Kleid trägt die Aufschrift: "Kriegsteilzeit-Job" - darunter der Slogan "Eine gute Beschäftigung für den Nachmittag". Da Männer größtenteils an der Front kämpften, wurden nun verstärkt Frauen von der Regierung aufgefordert, sich für halbe Stellen in Fabriken der Rüstungsindustrie anzubieten. Die Abbildung spielt mit dieser neuen Teilzeit-Job-Thematik.

Foto: The National Archives
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Gemeinsam stark: Das im August 1941 von William Little gestaltete Plakat zeigt eine Gruppe uniformierter Soldaten mehrerer Nationen unter einer wehenden britischen Flagge. Das Bild entstammt einer Serie, die das Gemeinschaftsgefühl fördern und die Kraft in der Gemeinschaft zeigen sollte. Es wurde am 22. August 1941 veröffentlicht.

Foto: The National Archives
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Messer auf die Brust: Auf dem Kriegspropaganda-Plakat sind zwei deutsche Soldaten mit erhobenen Händen abgebildet; einer von ihnen trägt die Uniform aus dem Ersten, der andere die aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Plakat-Überschrift lautet: "Wir haben sie vorher besiegt - wir werden sie wieder besiegen!"

Foto: The National Archives
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Tod dem Feind: Der Kreuzer HMS Hermione rammt ein italienisches U-Boot. Das vor 1944 entstandene Bild ist in der Reihe "Back Them Up!" und später in "The Downfall of Dictators is Assured" veröffentlicht worden. Der Künstler ist nicht bekannt.

Foto: The National Archives
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Wolf im Schafspelz: Ein undatiertes Bild des Zeicheners Maynard - zu sehen ist ein mittelöstlich gekleideter Mann (vielleicht mit einem biblischen Bezug), der einen Nazi-Wolf im Schafspelz ermahnt, mit den Worten: "Hast du keine Angst, du kleiner blöder Wolf, dass dich eines Tages ein Leopard in Stücke reisst?". Im Untertitel wird deutlich, wer mit dem Leoparden gemient ist.
Im Hintergrund nahen von beiden Seiten Pick-ups mit britischen und russischen Soldaten. Ein geschlachtetes Lamm, das vor den Füßen des Mannes liegt, steht wahrscheinlich für das Ölinteresse der Perser und Mesopotamier. Der Wolf wird von den britischen Truppen, die aus Ägypten und Nordafrika vorstoßen, und den aus dem Kaukasus vordringenden Russen zerquetscht.

Foto: The National Archives
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Ein undatiertes Poster, gestaltet von Roy Nockolds, zeigt ein anti-japanisches Motiv: Mehrere japanische Kriegsflugzeuge nach ihrem Abschuss im Hafen "Port Blair" der Andaman-Inselguppe. Das Bild gehörte zu einer Serie, die den Slogan "Smash Japanese aggression!" trug. Die Inselgruppe Andaman ist 1942 zum ersten Mal von den Japanern besetzt und 1945 von den Briten zurückerobert worden.

Foto: The National Archives
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Bitte aufheben: Papier ist ein kriegswichtiges Material und darf nicht achtlos zu Boden geworfen werden, will dieses Propagandaplakat aus dem Jahr 1944 sagen. Das Bild mit dem Titel "In den Wahnsinn getriebener, überarbeiteter Schaffner" zeigt einen Bahnhofsvorsteher auf einem Gleis. Überall liegt Papier auf dem Boden, nachdem gerade ein Zug durchgefahren ist. Die Aufforderung an die Bevölkerung: "Bitte werft euer Papier in den Mülleimer!"

Foto: The National Archives
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Den Verbündeten treu: "Britische Flugzeuge schützen den afrikanischen Luftraum", lautet die Botschaft dieses Propagandaplakats. Das extrem farbige Plakat richtete sich direkt an die Schwarzen und sollte ihnen die Solidarität der Briten versichern.

Foto: The National Archives
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