Brückeningenieur: Freischwebend mit Hammer - DER SPIEGEL
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Brückeningenieur Freischwebend mit Hammer

Luftige Höhe, rasende Autos und Fledermauskot: Michael Lutz hat einen der gefährlichsten Jobs, die es gibt. Wenn der Straßenwärter eine Autobahnbrücke auf ihre Tragfähigkeit prüft, braucht er einen Hammer und ein feines Gehör. Und ist froh, wenn kein Raser in seinen Kranwagen kracht.
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Prüfeinsatz: Die Neckarbrücke ist Teil der A81 zwischen Heilbronn und Stuttgart. Wie bei allen Brücken wird auch ihre Tragfähigkeit und ihr Zustand regelmäßig überprüft. Dafür rücken Spezialisten aus. mehr…

Foto: Peter Ilg
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Straßenwärter Michael Lutz: Der Bauingenieur ist Prüftruppleiter und prüft unter anderem Brücken auf ihre Verkehrssicherheit. Denn das stark gestiegene Verkehrsaufkommen, insbesondere der Schwerverkehr, setzt solchen Bauwerken gewaltig zu.

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Im Innenbereich der Brücke: "Wir prüfen handnah mit Werkzeugen und Messgeräten", sagt Michael Lutz. Daneben gibt es elektronische Verfahren wie Röntgen, Ultraschall, Endoskopie, aber dafür sind beauftragte Gutachter oder Materialprüfanstalten zuständig. Fundamente, die in Gewässern liegen, werden sogar von Tauchern überprüft.

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Eine der acht Kammern im Inneren der Brücke: Die Prüfer vergeben Noten wie in der Schule, eine Eins als Höchstnote, die Vier als schlechteste Note. Die Neckarbrücke hat eine Vornote von 2,5, Lutz geht davon aus, dass es dabei wohl bleiben wird.

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Vorsicht, Gefahr! Die Brückenprüfer gehen gewisse Risiken ein. Die größte Gefahr ist, dass ein Auto ins Prüffahrzeug donnert.

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Messen der Rissstärke: Geprüft werden die Brücken in regelmäßigen Abständen, alle sechs Jahre findet eine Hauptprüfung statt, wie jetzt bei der Neckarbrücke.

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Michael Lutz misst den Lagerspalt: "Brückenlager ermöglichen Bewegungen, die beispielsweise durch Temperaturschwankungen entstehen", sagt er. Wärme dehnt Brücken aus. Wären sie nicht gelagert, würde ein heißer Sommertag reichen, um sie einstürzen zu lassen.

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Messen, aufschreiben, auswerten: Eine Teflonplatte sorgt für leichtes Gleiten zwischen den Lagern. Lutz misst die Gleitspalte und die Höhe der Teflonschicht, sein Kollege überträgt die Zahlen in ein Protokoll.

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Klopf-Prüfung: Brückenprüfer brauchen ein feines Gehör, um Klänge beim Klopfen mit dem Hammer richtig deuten zu können.

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Wasserschaden: Witterungseinflüsse setzen Brücken auf Dauer mächtig zu. Die Brückenprüfer sind die Arbeit im Freien gewohnt.

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Hubsteiger heißt das Fahrzeug mit Arbeitsbühne; die meisten Menschen würden es Kranwagen nennen.

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Im Dienste der Verkehrssicherheit: Rund 100.000 Fahrzeuge donnern täglich über die 300 Meter lange Neckarbrücke, die sogar unter Denkmalschutz steht.

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Hoch hinaus: Schwindelfrei sollten Brückenprüfer schon sein, der Job ist generell nichts für ängstliche Charaktere.

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Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?