Brunner-Akten der DDR - DER SPIEGEL
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Brunner-Akten der DDR Hickhack um einen Kriegsverbrecher

Stand der NS-Verbrecher Alois Brunner 1989 kurz vor der Auslieferung in die DDR? Mehrere Zeitungen spekulieren anhand von Stasi-Akten über dieses Szenario. Nichts habe darauf hingedeutet, schreibt nun Klaus Taubert, der die Unterlagen ebenfalls ausgewertet hat: Zu wertvoll sei dem Honecker-Staat die Syrien-Connection gewesen.
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Im Versteck: Alois Brunner lebte unter dem Namen "Dr. Georg Fischer" in Syrien. Die DDR-Staatsführung, die gute Beziehungen zu dem Land pflegte, ging in dem Fall des NS-Kriegsverbrechers jahrelang nur zögerlich vor.

Foto: Anonymous/ AP
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NS-Verbrecher Brunner: Der ehemalige SS-Hauptsturmführer (hier während des Zweiten Weltkriegs im französischen Straßburg) war als Adjutant Adolf Eichmanns an der Ermordung von mindestens 100.000 Juden beteiligt.

Foto: arte/HR/ dpa
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Im Kampf für das Gute: Erich Honecker zeichnet 1980 DDR-Soldaten für besondere Leistungen aus. Sein Staat hatte sich zwar den Antifaschismus auf die Fahnen geschrieben, eine Auslieferung des gesuchten Kriegsverbrechers Alois Brunner verzögerte Honecker jedoch über Jahre.

Foto: Getty Images
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Beate Klarsfeld: Die Journalistin präsentiert am 26. Juli 1978 in West-Berlin mehrere Bücher, die sie und ihr Ehemann Serge Klarsfeld gemeinsam über die Deportation und Vernichtung der französischen Juden während des Nationalsozialismus geschrieben haben. Im Januar 1988 spricht sie auf einem Empfang Erich Honecker auf Alois Brunner an, der sich in Syrien aufhalten soll. Auf seine Ermutigung hin setzt sie sich mit dem DDR-Außenministerium in Verbindung. Dort gibt es Bedenken wegen der politischen Konsequenzen, die sich für die DDR aus einem Auslieferungsantrag ergeben könnten.

Foto: FRITZ REISS/ AP
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Hafis al-Assad: Der syrische Präsident am 17. Juli 1998 bei einem Staatsbesuch in Frankreich. Assad wollte sich gleich nach diesem Besuch um den Verbleib des gesuchten NS-Verbrechers Alois Brunner kümmern, der sich in Syrien versteckt halten sollte. Doch auch 1990 war der Aufenthaltsort von syrischer Seite nicht offiziell bestätigt.

Foto: dpa
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Schreiben von Oskar Fischer: Die Formulierung, die Honeckers Außenminister über die Vorbereitungen zum Eintreffen Brunners in der DDR absegnen ließ, waren eine "Beruhigungspille" für die französische Seite, die Druck wegen der Auslieferung Brunners in die DDR machte. Dabei hatten die syrischen Behörden noch nicht einmal die Anwesenheit Brunners in Damaskus zugegeben.

Foto: Klaus Taubert
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"...seiner gerechten Strafe zuzuführen": Staatschef Erich Honecker war in alle Details eingeweiht, die mit dem Auslieferungsantrag der DDR an Syrien hinsichtlich des Kriegsverbrechers Alois Brunner zusammenhingen, wie dieser Brief des Außenministers Oskar Fischer zeigt.

Foto: Klaus Taubert
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