Der Fall Carlos DeLuna Hingerichtet für das Verbrechen eines anderen
Carlos DeLuna wurde 1989 im Alter von 27 Jahren in Texas hingerichtet. Er war für den Mord an Wanda Lopez, einer Angestellten in einem Geschäft, verurteilt worden. Ein neuer Bericht zeigt nun, dass DeLuna mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht der Täter war.
Der Tatort in Corpus Christi im US-Bundesstaat Texas: DeLuna wurde 40 Minuten nach der Tat festgenommen und von einem Augenzeugen identifiziert. Jahre später - nach DeLunas Hinrichtung - sagte der Zeuge, er sei sich bei der Identifizierung des Täters unsicher gewesen.
Womöglich wurde DeLuna zum Verhängnis, dass er dem tatsächlichen Mörder Carlos Hernandez (hier im Bild) ähnlich sah. Als DeLuna beim Mordprozess Hernandez als Täter nannte, glaubte ihm niemand.
Die Spurensicherung arbeitete in dem Fall mehr als schlampig. Am Tatort wurden keine Blutproben genommen, um den Mörder zu identifizieren.
Ein Bild vom Tatort zeigte einen Schuhabdruck in Lopez' Blutlache - er wurde nie mit DeLunas Schuhen abgeglichen. Selbst der Umstand, dass DeLunas Kleidung nicht einen Blutspritzer aufwies, machte die Ermittler nicht stutzig. Die Staatsanwaltschaft sagte, das Blut sei vom Regen weggewaschen worden.
Auch die Mordwaffe, ein Messer, wurde nicht gründlich untersucht.