Buch über Roadtrips Motorisierte Nomaden
Ein Honda Element, Baujahr 2003, wurde als zuverlässiger Begleiter für das Abenteuer von von Alexandre Marcouiller und Francis Fraioli auserkoren. Ihr Ziel: einmal die Polarlichter sehen. Dafür legten sie mit dem Allradler, der zwischen 2003 und 2011 nur in den USA angeboten wurde, innerhalb von vier Monaten eine Strecke von 30.000 Kilometern zurück - Reifenwechsel bei minus 42 Grad inklusive. Der Honda mit 166 PS starkem 2,4-Liter-Motor wurde dazu mit einer Tiefzyklusbatterie und einer Innenraumisolierung ausgestattet.
Sechs Jahre, 200.000 Kilometer, 26 Länder - was 2012 als achtmonatige Überlandfahrt von Südafrika nach Kenia geplant war, wurde für die vierköpfige Familie Bell zum bis heute andauernden Abenteuer. Und der Land Rover Defender 130 Td5, Baujahr 2003, erwies sich aufgrund seiner guten Fahreigenschaften als perfekt geeignet. Sie weideten ihn bis aufs Chassis aus und statteten ihn mit allem aus, was für ein Leben im Auto benötigt wird: Sonnenkollektoren, Kühlschrank, Dachzelt, Außensteckdosen, Unterfahrschutz, Wassertanks, Seilwinde - alles mit an Bord.
Was tut ein Fotograf und selbst ernannter Abenteurer, wenn ihm die Großmutter kostenlos einen 1994er Dodge Ram Van B2500 anbietet? Er schlägt zu - und investiert das eingeplante Budget in den drei Monate andauernden Ausbau. Sogar für einen Motorradträger war neben den üblichen Ausbauten wie Bett, Kühlschrank und Waschbecken noch Platz. Auch das Fahrwerk wurde erhöht, und im Zusammenspiel mit dem 5,2-Liter-Magnum-Achtzylinder mit 230 PS war der Van bereit für das Offroad-Abenteuer.
Er galt als Innbegriff für das amerikanische Wohnmobil der Sechzigerjahre: der Winnebago Brave. Liz und Tim Kamarul konnten ihr 1982er Modell für nur 5.000 Dollar ergattern und restaurierten den Oldie innerhalb von neun Monaten von Grund auf neu. Um den Camper mit 6,2-Liter-Dieselmotor anständig manövrieren zu können, gab es sogar eine Rückfahrkamera obendrauf. Auch der Innenraum musste samt Bezügen, Tisch, Betten und Küche komplett neu ausgebaut werden.
"Mathilda", wie Christopher Many seinen Land Rover Series III, Baujahr 1975, liebevoll nennt, wurde von dem Langzeitnomaden in Eigenregie komplett an seine Bedürfnisse angepasst. Asien, Europa, Afrika, Süd- und Nordamerika - Many und Mathilda haben zusammen schon fast alles gesehen. Um möglichst lange unterwegs sein zu können, fanden sogar acht 20-Liter-Benzinkanister Platz auf dem alten Offroad-Fahrzeug.
So sieht es aus, wenn man es sich auf einem Porsche 944, Baujahr 1985, gemütlich macht. Für die Wüstentauglichkeit wurde das Fahrzeug um zehn Zentimeter angehoben. Hinzu kamen nur noch das Dachzelt und der Träger, und schon konnte die Reise für Ben Coombs losgehen.
20.000 Kilometer, 60 Tage und 28 Pannen später kam Ben Coombs, in Plymouth gestartet, in Kapstadt an. Doch die Landschaft zeigte sich widerspenstig: In der Nubischen Wüste brach der Auspuff, in Kenia rebellierte der Benzinfilter, in Botswana wurde das Heck demoliert und in Namibia riss der Querlenker samt Vorderrad. Zum Glück hatte er mit einem Mitsubishi Pajero ein Begleitfahrzeug dabei - das übrigens für das demolierte Heck verantwortlich war.
Amanda Winther und Matt Swartz sind stolz auf ihre Errungenschaft. Denn von dem Clark Cortez wurden 3211 Einheiten produziert. Sechs Monate lang musste das Paar seinen Oldtimer, Baujahr 1964, komplett restaurieren -inklusive des Tanks, der mittlerweile von mumifizierten Mäusen bewohnt wurde.
Für eine Safari durch die afrikanische Savanne, durch Schlaglöcher und Schlamm, eignen sich nicht viele Autos. Der Land Rover Series III von den Hamburgern Lilli Gramberg-Danielsen und Lukas Beuster ist eines davon. 25.000 Kilometer bugsierten die beiden den Offroader mit 2,25-Liter-Reihenvierzylinder über den afrikanischen Kontinent. Das Modell, 1983er Baujahr, fanden sie in Südafrika und erweiterten es mit Dachzelt, Kühlschrank und Sonnenkollektoren.
So sieht ein perfekter Ausbau aus. Der VW T3 Vanagon Synchro mit Allradantrieb gilt unter Kennern als echtes Liebhabermodell. Jessica und Jorge Gonzales reparierten an ihrem 1986er fast alles in Eigenregie. Seit vier Jahren sind sie mittlerweile auf und neben den Straßen unterwegs. Gefahrene Kilometer: fast 130.000.
Hier lässt es sich leben. In einem Thomas Freightliner FS-65 Schulbus, Baujahr 2004, bietet sich Platz für alles, was zum Wohnen nötig ist. Michael Fuehrer hat den Innenraum in Handarbeit ausgebaut: Schlafplätze für sechs Personen, eine großräumige Küche, ein Wohn- und Esszimmer sowie eine Dachterrasse kamen hinzu.
Nicht viele Autos dürften für eine Offroad-Langzeitreise besser geeignet sein als ein Mitsubishi Pajero, wurde doch in so einem Modell in zehn Versuchen sieben Mal die Rallye Dakar gewonnen. Karissa Hosek und Linhbergh Nguyen entschieden sich trotzdem dazu, ihr 1999er Exemplar mit 3,5-Liter-Sechszlinder (230 PS) und Automatikgetriebe um sechs Zentimeter höher zu legen. Damit dürften sie sich wohl auf nahezu jedem Untergrund auf sicherem Terrain bewegen.
Nachdem der VW-Bus von Cali Laffranconi und Connan Schilling nach 30.000 Kilometern seinen Geist aufgab, mussten sie sich für ein neues Reisemobil entscheiden. Fündig wurden die Argentinier in einem Toyota Hilux Sea Breeze, Baujahr 1987, mit 2,4-Liter-Reihenvierzylinder und Automatikgetriebe. Lediglich ein neuer Anstrich im Innenraum, ein neuer Boden und neue Vorhänge waren nötig -und schon konnte es losgehen.
"Hit the Road - Vans Nomaden, Abenteuer", herausgegeben vom Gestalten Verlag, ist seit 2018 erhältlich. Preis: 35 Euro.