Bücherdorf Hay-on-Wye - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Bücherdorf Hay-on-Wye Die Leseratten-Plage

1800 Einwohner, zehn Millionen Bücher: Mitten im walisischen Nirgendwo steht das Dörfchen Hay-On-Wye, die heimliche Buchmetropole der Welt. Geschaffen wurde es Anfang der sechziger Jahre von einem besessenen Intellektuellen, der sich selbst zum König des Lesereichs ernannte. Dann verselbstständigte sich das Spektakel.
1 / 9

Bücher am Straßenrand: Der kleine walisische Ort Hay-on-Wye ist das weltweit erste sogenannte Bücherdorf. Überall stößt man hier auf Bücherregale im Freien vor der Kulisse pittoresker Häuschen. Kunden legen ihr Geld einfach in eine bereitgestellte Box und können sich dann die bezahlten Schmöker aus dem Regal nehmen.

2 / 9

König Richard: In Hay-on-Wye schuf der Buchhändler und studierte Historiker Richard Booth ab 1962 das Bücherdorf. Er zog durchs Land, kaufte ganze Bibliotheken auf, schaffte die Bücher zentnerweise nach Hay und verkaufte sie dort für wenig Geld, um Bildung zu demokratisieren. Als PR-Gag rief er am 1. April 1977 das unabhängige Königreich Hay aus und ernannte sich selbst zum König. Hier ist Booth 2006 in seinem Castle Bookshop zu sehen.

3 / 9

Ehrensache: Im Honesty Bookshop beispielsweise werfen die Kunden das Geld für die Bücher - 50 Pence für ein Hardcover, 30 Pence für ein Taschenbuch - in die bereitgestellte Geldkassette.

4 / 9

Literaturfestival: Bücherfreunde lesen beim seit 1988 alljährlich stattfindenden Literaturfestival im walisischen Ort Hay-on-Wye in der Sonne. Die Veranstaltung wird inzwischen von etwa 80.000 Lesehungrigen besucht.

Foto: AP
5 / 9

"Woodstock des Geistes", nannte der frühere US-Präsident Bill Clinton einst das Hay Festival. Ins Leben gerufen hat sie der durchs Pokern vermögend gewordene Kulturmanager und Schauspieler Norman Florence. Hier performt die Gruppe "Librarians" ("Bibliothekare") auf dem Festival.

Foto: Getty Images
6 / 9

Lesespektakel: Die beiden Autorinnen Sue Amaradivakara und Sarah Ross lesen beim Hay Festival 2004 vor einer gigantischen Buchkulisse. Aber auch weltbekannte Autoren wie Salman Rushdie und Henning Mankell haben als Gäste des Festivals bereits aus ihren Werken gelesen.

Foto: Getty Images
7 / 9

Mekka für Literaturverrückte: Teilnehmer des Hay Festivals pilgern zur Veranstaltung. Seit Jahrzehnten schon gilt das beschauliche Örtchen Hay- on-Wye als Welthauptstadt des Gebrauchtbuchhandels und das jährliche Festival wächst stetig. Es ist inzwischen zu einer bekannten Massenveranstaltung geworden.

Foto: Getty Images
8 / 9

Selbstbedienung: Verkaufsregale wie dieses sind unter freiem Himmel im gesamten Dorf aufgebaut. Bücher sind in Hay allgegenwärtig.

Foto: Getty Images
9 / 9

Hoher Besuch: Camilla Mountbatten-Windsor, Ehefrau des britischen Thronfolgers Charles, besucht das Literaturfestival in Hay-on-Wye. Sie ist bei Weitem nicht die einzige Prominente, die sich hier blicken lässt. Auch Julien Assange und Bob Geldof waren bereits zu Gast.

Foto: Getty Images
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?