Büchersturm in Indien Lob für einen Dämon
Gefeierte Führer: Tänzer vor einem Wandgemälde von Mohammed Ali Jinnah und seiner Schwester Fatimah Jinnah im August 1997 im pakistanischen Lahore anlässlich des 50. Jahrestages der Unabhängigkeit Pakistans. Der Staatsgründer wird als "großer Führer" verehrt.
Muslimische Flüchtlinge: Hunderte muslimische Flüchtlinge klammern sich 1947 in Neu-Delhi an einen Zug Richtung Pakistan. In dem neuen islamischen Staat versprechen sie sich eine bessere Zukunft.
Auf der Flucht: Diese indischen Moslems hatten im September 1947 in der Juma Moschee in Neu Delhi Schutz gesucht. Nach religiösen Unruhen nach der Teilung Indiens war hier ein Flüchtlingscamp eingerichtet worden. Nachdem Gerüchte aufgekommen waren, Sikh-Banden seien auf dem Weg dorthin, um die Flüchtlinge im Schlaf zu töten, brachen sie auf, um nach Purana Qila zu ziehen, einer alten Zitadelle etwas außerhalb von Delhi, wo sich ein weiteres Lager befand.
Purana Qila: Tausende Moslems suchten im September 1947 Schutz in dem Flüchtlingslager, das in einer alten Zitadelle nahe Neu Delhi eingerichtet worden war, um von hier eine Transportmöglichkeit in das neu gegründete Pakistan zu bekommen. Das Flüchtlingsproblem Indiens zu dieser Zeit wurde noch dadurch verstärkt, dass gleichzeitig Tausende Hindus aus den überwiegend muslimischen ländlichen Gebieten Indiens nach Neu Delhi flohen.
Familienmensch Mahatma Gandhi: Der indische Menschenrechtler, der für die Unabhängigkeit seines Landes von der Kolonialmacht Großbritannien gekämpft hatte, scherzt in dieser Aufnahme vom September 1947 mit seinen Enkeltöchtern Ava und Manu in Neu Delhi.
Lord Mountbatten: Der letzte britische Statthalter in Indien inspiziert am 6. Mai 1947 gemeinsam mit seiner Frau, Lady Mountbatten, die Ruinen der indischen Stadt Kahuta. Im März 1947 waren hier 22 Menschen bei Unruhen ums Leben gekommen, etwa 1000 hatten ihre Häuser verloren. Die Provinz Punjab, in der sich der Ort befindet, war bei der Teilung Indiens zwischen Pakistan und Indien aufgeteilt worden.
Indische Unabhängigkeit: Am 15. August 1947 feierten die Inder - wie hier in Kalkutta - ihre Unabhängigkeit von der britischen Krone. 182 Jahre lang waren die Europäer Herrscher auf dem Subkontinent. Kurz nach der Unabhängigkeit kam es zum ersten Krieg zwischen Indien und Pakistan.
Die Väter Indiens: Mahatma Gandhi, der Indien in die Unabhängigkeit von der Kolonialmacht Großbritannien führte, und Jawaharlal Nehru, der erste indische Premierminister, am Rande eines Kongresses im Juli 1946 in Bombay. Im darauf folgenden Jahr hatte Indien seine Unabhängigkeit erreicht, ein historisches Ereignis für das Land, für das die beiden Männer bis heute in der Hindu-Bevölkerung tief verehrt werden.
Auf der Flucht: Unzählige Muslime flüchteten nach der Teilung Indiens in den neu geschaffenen Staat Pakistan. Hier quetschen sich im September 1947 Hunderte von ihnen in Neu Delhi in und auf einen Zug, der sie in die neue Heimat bringen sollte.
Muhammad Ali Jinnah: Der Chef der Muslim Liga, Muhammad Ali Jinnah, im September 1947 im indischen Karachi. In Indien gilt der Staatsgründer Pakistans heute als der Schuldige an der Teilung Indiens nach dem Abzug der britischen Kolonialherrscher.
Massenflucht aus Indien: Hunderte muslimische Flüchtlinge sitzen auf dem Dach eines Zuges, der von Neu Delhi nach Pakistan fährt. Mehrere Millionen Menschen machten sich nach der Staatsgründung Pakistans im August 1947 von Indien aus auf den Weg. Umgekehrt verließen Hindus und Sikhs ihre Häuser in dem Gebiet, in dem der neue islamische Staat entstanden war. Bei der Massenflucht in beide Richtungen kamen schätzungsweise mehr als eine Million Menschen ums Leben.
Jawaharlal Nehru: Indiens erster Premierminister im November 1962 auf einer Pressekonferenz. Ex-Außenminister Jaswant Singh wirft dem als Nationalheld verehrten Jawaharlal Nehru im Jahre 2009 Mitschuld an der Teilung des indischen Subkontinents vor.
Nehru-Verehrung: Schulkinder im indischen Allahabad legen am 27. Mai 2000, dem 45. Todestag von Jawaharlal Nehru, Blumen nieder. Der erste Ministerpräsident von Indien wird als Nationalheld verehrt.
Jaswant Singh: Bei einer Pressekonferenz am 3. Januar 2002 in Katmandu, Nepal. Damals war Jaswant Singh noch indischer Außenminister. Drei Tage nach Erscheinen seines Buches über den pakistanischen Staatsgründer Muhammad Ali Jinnah warf die BJP den 71-Jährigen im August 2009 aus der Partei.