Bürgerbus Murg fährt schon mal vor
Ein öffentlicher Bus, gefahren von ehrenamtlichen Fahrern: Das gibt es in Murg im Schwarzwald unter dem Namen "Bürgerbus".
Achim Stadler ist fast jeden Abend an Bord. Im Sommer fährt der Einzelhandelskaufmann mit dem Fahrrad vom Bahnhof nach Hause. Im Winter nutzt er lieber den Bürgerbus.
Der 16-jährige Schüler Cam Baskan nutzt den Bus vor allem, wenn er mit Freunden weggeht. Zugverbindungen in seinen Heimatort Murg gibt es nämlich bis in den späten Abend hinein. Der letzte öffentliche Bus fährt ab Bahnhof allerdings schon um sieben Uhr.
Dass der Busverkehr durch ehrenamtliche Fahrer geleistet wird, ist nicht die einzige Besonderheit: Der Bürgerbus fährt außerdem elektrisch.
Damit hat der Bürgerbus allerdings auch ganz ähnliche Schwierigkeiten wie professionelle E-Busse auf deutschen Straßen: Bei geringen Temperaturen kann es zu technischen Problemen führen. Bei minus zehn Grad war die Batterie des Busses in Murg bereits einmal leer, erinnern sich die Fahrer. Seitdem laden sie das Fahrzeug öfter auf.
Wenn der Bürgerbus einen Defekt hat, kommt spontan das Dienstfahrzeug der Gemeinde Murg, ein Renault Zoe (links), zum Einsatz.
Der Busverkehr folgt einem festen Fahrplan. Dieser orientiert sich bei den Abfahrtszeiten auch an Regionalbahnen und Bussen aus umliegenden Orten.
Die Gemeinde Murg hat den Nissan-Bus zunächst in Eigenregie angeschafft. Durch Sponsoren hat sie die 35.000 Euro inzwischen aber wieder zurückgewonnen.
Arndt Dohmen hat das Bügerbus-Projekt in Murg von Anfang an begleitet. Er selbst sitzt ein- bis zweimal im Monat am Steuer.
Insgesamt sind es 26 Ehrenamtliche, die den Murger Bürgerbus steuern. Monika Duttlinger ist eine von ihnen.