Bundesliga-Analyse Machtdemonstration mit Dellen
Sie ziehen einsam ihre Kreise: Mit dem 5:2 (2:2) gegen die TSG Hoffenheim haben die Bayern den zwölften Sieg im dreizehnten Bundesligaspiel unter Jupp Heynckes eingefahren. Sechzehn Punkte beträgt der Vorsprung auf den Tabellenzweiten.
So sehr die fünf Tore auch die Laune bei Fans und Verantwortlichen hoben, so dürfte die Anfangsviertelstunde in Anbetracht der kommenden europäischen Aufgaben für Faltenbildung auf der Stirn von Jupp Heynckes sorgen. Kimmich war mit dem ungeschickten Agieren gegen Serge Gnabry der Ausgangspunkt für das 0:1, kurze Zeit später erhöhte der Bald-Bayer im Hoffenheimer Trikot sogar auf 0:2.
Nagelsmann hatte also genau jene Taktik gewählt, die die Bayern schon vergangene Woche beim Drittletzten Bremen immer wieder in die Bredouille brachte. Gegen Gegner dieser Qualität lässt sich das immer wieder mit ein paar kleinen Korrekturen regeln, gegen Kaliber gehobenen europäischen Zuschnitts braucht es dafür bessere Lösungen. Arturo Vidal und Sebastian Rudy agierten gegen das Pressing zunächst ungewöhnlich schwach. Es bedurfte der Außenspieler, um dieses Gegenmittel zu knacken.
Apropos Außenspieler: Es scheint unumstößlich, dass der FC Bayern für große Erfolge einen blendend aufgelegten Arjen Robben benötigt. Der Niederländer scheint jedoch derzeit nicht in der Lage zu sein, dem Spiel des Rekordmeisters mit überragenden Leistungen seinen Stempel aufdrücken zu können.
Jupp Heynckes dürfte mit der Reaktion seiner Mannschaft zufrieden gewesen sein. Ein 0:2 nach zwölf Minuten lässt sich allerdings nur so leicht gegen ein Team der Bundesliga-Mittelklasse reparieren, gegen Manchester City oder den FC Barcelona dürfte das schon nah am K.o. sein.
Den ersten 15 Minuten konnte er den Bayern weh tun, danach verpasste es Julian Nagelsmann, seiner Mannschaft die notwendige defensive Stabilität zu verpassen. Wenn dann auch noch die nötige individuelle Klasse fehlt, dann ist auch ein 2:0 zu wenig. Das Duell Pavel Kaderabak vs. Kingsley Coman lässt grüßen.
Applaus, Applaus. Für Sandro Wagner, Torschütze zum 5:2, hat sich der Winterwechsel von Hoffenheim nach München zumindest am 20. Spieltag als sinnig erwiesen. Damit es bis Saisonende noch viel zu beklatschen gibt, braucht es noch möglichst viele Leistungen wie zwischen der 16. und 90., und möglichst wenige wie die von Anpfiff bis zur 15. Minute.