Bundesliga-Analyse Leipziger Evolution
Mit einem 2:0-Sieg beim Hamburger SV gelang RB Leipzig der zweite Drei-Punkte-Erfolg im dritten Bundesligaspiel. Dabei wurde vor allem eins deutlich: Der Neuling der vergangenen Saison, der die Liga mit Pressing, langen Bällen und Konterspiel überrollte, spielt mittlerweile wie eine echte Bundesligaspitzenmannschaft. Auf den Spuren der Leipziger Evolution.
In der aktuellen Partie sahen die Zuschauer aber nicht nur einen veränderten Gast aus Leipzig. Der HSV hat seine Spielweise unter Markus Gisdol ebenfalls grundlegend umgestellt. Die Hamburger standen kompakt und zentrumsorientiert in der Defensive und spielten lange Bälle in die freien Räume.
Kevin Kampl kam am Ende der Transferperiode aus Leverkusen, nahm aber vor Beginn der Partie zunächst auf der Bank Platz.
Es entwickelte sich von Beginn an eine unterhaltsame Partie. Die erste Chance aus spitzem Winkel vergab Timo Werner (16. Minute). Auf der anderen Seite war es Filip Kostic, der den Ball nach einem nahezu perfekten Konter des HSV frei vor Peter Gulacsi am Leipziger Tor vorbeischob (24.).
Torlos, aber mit Vorteilen für RB in Sachen Torabschlüsse und Spielanteile ging die Partie in die Pause. Auffälligster Spieler bei RB? Mittelfeldmann Naby Keita (Bild), der am Ende mit sechs Torschüssen gefährlichster Offensivakteur der Gäste war. Und Keita sollte noch eine wichtige Rolle spielen.
Dennoch benötige RB eine Unaufmerksamkeit des HSV und einen Distanzschuss, um das Abwehrbollwerk der Hanseaten zu knacken. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß schoss Keita den Ball in der 67. Minute aus 24 Metern zur Führung in den Winkel.
Bei aller neuen Qualität hat Leipzig seine größte Stärke der Vorsaison, das schnelle Umschalten, nicht verlernt: Der zweite Treffer fiel durch einen blitzartigen Konter. Nach einem Befreiungsschlag des eingewechselten Kampl aus dem eigenen Strafraum lief Werner seinen Gegenspielern Diekmeier (hinten) und Gotoku Sakai auf und davon und verwandelte zum 2:0 (75.).
RB Leipzig hat die Evolution zur Bundesligaspitzenmannschaft geschafft: Weniger lange, mehr kurze Pässe; weniger Konter-, mehr Ballbesitzspiel. Dazu die Anpassung mit dem Spiel über die Flügel und die gewohnten Stärken im Pressing und Gegenpressing. Mit diesem Set an neuen Möglichkeiten dürfte der erwartete Absturz im zweiten Bundesligajahr ein frommer Wunsch der Konkurrenz bleiben.