Bundestagswahl Deutschland stimmt ab
Hochspannung: Rund 61,9 Millionen Menschen dürfen an diesem Sonntag einen neuen Bundestag wählen. Bis 14 Uhr gaben 41,4 Prozent der wahlberechtigen Bürger ihre Stimme ab, teilte der Bundeswahlleiter via Twitter mit. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als bei der Wahl im Jahr 2009. Vor der Wahl hatte sich vor allem die SPD ein gutes Ergebnis bei einer hohen Wahlbeteiligung versprochen.
Um 8 Uhr haben am Sonntag die ersten Wahllokale geöffnet, um 18 Uhr schließen sie wieder. Die große Frage: Reicht es für Schwarz-Gelb noch einmal zur Regierung? Schafft Rot-Grün die Wachablösung? Oder läuft es auf eine Große Koalition hinaus? Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale werden die ersten Zahlen eine Tendenz liefern.
Manche Wähler machten ihr Kreuzchen in Schulen, wie hier in Isernhagen - und trugen dabei ganz zivil Hose und Bluse.
Andere, wie hier im bayerischen Schönau, kamen in Tracht zur Wahl.
Im Schwarzwald tragen einige Frauen zur Wahl ihren traditionellen Bollenhut.
Spitzenkandidat Peer Steinbrück (SPD) trug natürlich Anzug und Krawatte: Er gab am Sonntagmorgen seine Stimme ab, begleitet von seiner Frau. Er habe gut geschlafen, sagte er, der Wahlkampf habe Spaß gemacht.
Demonstrative Entspannung: Steinbrück ließ sich beim Frühschoppen der SPD in Bonn wenig von seiner Aufregung anmerken. Doch auch er dürfte die aktuellen Zahlen mit höchster Aufmerksamkeit verfolgen.
Angela Merkel (CDU) und ihr Mann Joachim Sauer wählten am frühen Sonntagnachmittag in Berlin.
Und zahlreiche Journalisten schauten zu: Das Medieninteresse bei der Stimmabgabe der Kanzlerin war erwartungsgemäß gewaltig.
Auch FDP-Mann Philipp Rösler und seine Frau Wiebke haben schon abgestimmt.
Sie wählten in Hannover, ihrer Heimat. Anschließend posierte Rösler, äußerte sich aber nicht politisch: "Wir bringen die Kinder zu den Schwiegereltern, und dann fahren wir nach Berlin", sagte er zum weiteren Verlauf seines Wahlsonntags.
4451 Bewerber buhlen in 299 Wahlkreisen um die Stimmen der Bürger. Mit der Erststimme wählen wird ein Direktkandidat gewählt, die Zweitstimme gilt einer Partei. Voraussichtlich am 9. Oktober stellt der Bundeswahlausschuss das endgültige Ergebnis fest - wobei die ersten Hochrechnungen natürlich schon kurz nach Schließung der Wahllokale vorliegen. Ein vorläufiges Endergebnis wird in der Nacht erwartet.
Gigantische Aufgabe: Wahlhelfer bereiten in München die ausgefüllten Unterlagen der vielen Briefwähler zur Auswertung vor.