Bundeswehr 2001 - DER SPIEGEL
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Bundeswehr 2001 "Ich will keine Frau auf meinem Panzer"

Haarnetze, pin-up-freie Spinde und Dixi-Klos im Wald: Als 2001 erstmals Soldatinnen in die Kampfeinheiten der Bundeswehr einrückten, geriet die maskuline Flecktarn-Welt ins Wanken. Peter Dohlich erinnert an groteske Vorurteile, uralte Machowitze und eine Männerdomäne, die von Frauen im Sturm genommen wurde.
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Kampfeinheiten im Visier von Frauen: Seit dem 1. Januar 2001 stehen Frauen sämtliche Laufbahnen bei der Bundeswehr offen - sie können damit erstmals auch in Kampfeinheiten dienen. Der Bundestag änderte Artikel 12a des Grundgesetzes. Soldatinnen können seitdem Dienst mit der Waffe leisten, dürfen aber nicht dazu verpflichtet werden. Das bis dahin gültige Verfassungsverbot für den Dienst von Frauen an der Waffe wurde damit aufgehoben.

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Tanja Kreil: Die 22-jährige Hannoveranerin Tanja Kreil am 29. Juni 1999 vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg. Hier wurde erstmals ihre Klage auf Zulassung zum Wehrdienst in der Bundeswehr verhandelt. Nach Kreils Ansicht ist es rechtswidrig, Frauen aus geschlechtsspezifischen Gründen den Zugang zu Berufen in der Bundeswehr zu verwehren. Die Elektronikerin hatte sich 1996 bei der Bundeswehr für den Bereich Instandsetzung-Elektronik beworben und eine Absage erhalten mit der Begründung, Frauen dürften laut Gesetz keinen Dienst mit der Waffe leisten. Am 11. Januar 2000 entschied der Europäische Gerichtshof, dass auch Frauen in der Bundeswehr zum Dienst an der Waffe zuzulassen seien. Kreil allerdings hatte zu diesem Zeitpunkt auf ihren Dienst in der Bundeswehr verzichtet und ist weiterhin für einen zivilen Arbeitgeber tätig.

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"Dachten an einen Scherz": Wie wohl die meisten Soldaten in der Bundeswehr konnte sich der ehemalige Unteroffizier Peter Dohlich anfangs Frauen in Kampfeinheiten nur schwer vorstellen. "Wir dachten, er macht einen Scherz", erinnert sich Dohlich an die Reaktionen in seinem Panzerbataillon, nachdem sein Kommandeur den Dienstbeginn von Frauen zum 2. Januar 2001 bekannt gegeben hatte. Während Soldatinnen in der Bundeswehr heute keine Besonderheit mehr darstellen, spielen sie für den Zivilisten Dohlich in gewisser Weise noch immer eine Rolle: Er lernte seine zukünftige Ehefrau schließlich bei Bundeswehr kennen.

Foto: Peter Dohlich
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Ende des Verfahrens "Kreil gegen Bundesrepublik Deutschland": Tanja Kreil mit ihrem Anwalt Jochen Rothardt am 11. Januar 2000 nach der Urteilsverkündung am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg. Nach dem Urteil muss die Bundeswehr Frauen den Dienst an der Waffe ermöglichen. Geklagt hatte Kreil, die sich 1996 beim Kreiswehrersatzamt Hannover für einen Posten zur Instandsetzung von Waffenelektronik beworben hatte, weil sie mit der Begründung abgelehnt worden war, dass Frauen keinen Dienst mit der Waffe leisten dürfen.

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Beratung: Stabsfeldwebel Rudolf Ettrich informiert am 12. Juli 2000 in einem Beratungsgespräch im Cottbuser Wehrkreisersatzamt erstmals junge Frauen über Laufbahnmöglichkeiten in der Bundeswehr. Nach einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofes stehen jetzt weiblichen Bewerbern alle Laufbahnen in der Bundeswehr offen.

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Girls' Day: Die Schülerinnen Sophie und Melike, von links, aus der sechsten Klasse, fahren am 27. April 2006 im Rahmen des Girls' Day bei der Bundeswehr mit einem Luftlandepanzer Wiesel über das Gelände einer Kaserne in Bremen.

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"Frauen in der Bundeswehr": Am 22. April 2008 wird an einer Hauswand des Bundesverteidigungsministeriums in Berlin ein Plakat mit der Aufschrift "Frauen in der Bundeswehr" aufgehängt. Mit der Werbeaktion will die Bundeswehr auf ihren stetig wachsenden Anteil von Frauen aufmerksam machen. Außerdem beteiligt sich die Bundeswehr am "Girls' Day", bei dem das Interesse von Mädchen für typische Männerberufe geweckt werden soll.

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Frauen in Uniform: Ilka Kühne, Ayla Derici und Tatjana Schlicht, von links, unterhalten sich vor ihrem Wohncontainer im kroatischen Trogir. Sie sind drei von insgesamt 23 weiblichen Soldaten im deutschen Kontingent der IFOR-Friedenstruppen.

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"Umgang mit Sexualität im Einsatz": Die Aufnahme zeigt die Seite 4 einer internen Schulungspräsentation der Bundeswehr zum Thema "Umgang mit Sexualität im Einsatz". Mit Hilfe dieser Schulung sollen Bundeswehrsoldaten auf den Umgang mit den ab dem 1. Januar 2001 für den Wehrdienst zugelassenen Frauen vorbereitet werden. Die hier aufgelisteten "allgemeinen Verhaltensregeln" empfehlen "Zurückhaltung bei provozierendem Verhalten", bei "überzogener Thematisierung sexueller Erfahrungen" und beim "'Ausleben' von Sexualität". Außerdem solle durch die "Vermeidung von Gerüchten", "von übler Nachrede" und "Mobbing" der Zusammenhalt gewahrt werden.

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"Zurückhaltung": Die Aufnahme zeigt die Seite 4a einer internen Schulungspräsentation der Bundeswehr zum Thema "Umgang mit Sexualität im Einsatz". Mit Hilfe dieser Schulung sollen Bundeswehrsoldaten auf den Umgang mit den ab dem 1. Januar 2001 für den Wehrdienst zugelassenen Frauen vorbereitet werden. Die dargestellte Karikatur von Verona Pooth und Annemarie Wendl als Ilse Kling zum Thema Sexualität soll die Soldaten zur Zurückhaltung gegenüber den weiblichen Kollegen mahnen.

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"Allgemeine Verhaltensregeln III": Die Aufnahme zeigt die Seite 6 einer internen Schulungspräsentation der Bundeswehr zum Thema "Umgang mit Sexualität im Einsatz". Mit Hilfe dieser Schulung sollen Bundeswehrsoldaten auf den Umgang mit den ab dem 1. Januar 2001 für den Wehrdienst zugelassenen Frauen vorbereitet werden. Die hier aufgelisteten "allgemeinen Verhaltensregeln" empfehlen die "Achtung der Privatsphäre" und "Toleranz", auch gegenüber homosexuellen Soldaten.

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"Toleranz": Die Aufnahme zeigt die Seite 6a einer internen Schulungspräsentation der Bundeswehr zum Thema "Umgang mit Sexualität im Einsatz". Die Karikatur soll die Bedeutung von Toleranz in der Truppe verdeutlichen.

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Vorauskommando: Zum deutschen Vorauskommando in Kabul gehörte auch Soldatin Marlis Sure aus Varel in Niedersachsen. Das erste Kontingent von 70 deutschen Fallschirmjägern sollte die ISAF-Truppen unterstützen. Eine Aufnahme vom 18. Januar 2002.

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Fleckentarn statt Lidschatten: Eine Soldatin mit Tarnschminke im Gesicht am 27. Oktober 2010 in Sigmaringen in der Nähe der Graf-Stauffenberg-Kaserne während der Grundausbildung.

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Sanitätsdienst: Die damalige Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Claudia Nolte, links, Mitte der neunziger Jahre beim Besuch des Sanitätsbataillons in der Dr.-Dorothea-Erxleben-Kaserne in Halle an der Saale mit Stabsunteroffizierin Antje Schulz, Mitte, und der Gefreiten Manja Bauer. Zu diesem Zeitpunkt waren Frauen zwar für den Sanitätsdienst, noch nicht aber den Dienst in einer Kampfeinheit der Bundeswehr zugelassen.

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Soldatinnen in der Bundeswehr: Der SPIEGEL titelt in der Ausgabe vom 13. November 1978 "Frau ans Gewehr".

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