Buntbarsche Meister der Turbo-Evolution
Hier zu sehen sind zwei unterschiedliche Buntbarscharten, die nur sehr entfernt miteinander verwandt sind. Der eine stammt aus dem Tanganyikasee, der andere aus dem Malawisee. Trotzdem sehen sich die Fische zum Verwechseln ähnlich. Buntbarsche sind dafür bekannt, dass sich in unterschiedlichen Seen unabhängig voneinander sehr ähnliche Arten entwickelt haben.
Collage verschiedener Arten aus dem Viktoriasee, dem Malawisee und dem Tanganyikasee. An allen drei Orten haben die Fische im Zuge der Evolution Streifenmuster entwickelt.
Forscher haben nun untersucht, warum horizontale Streifen bei den Fischen innerhalb weniger tausend Jahre mehrere Male verschwanden und wieder zurückkehrten. Noch vor 125 Jahren ging der belgische Paläontologe Louis Dollo davon aus, dass Eigenschaften, die im Zuge der Evolution verschwinden, nicht erneut auftreten.
Bei Buntbarschen ist das offenbar anders. Sie besitzen einen genetischen Schalter, der ihre horizontalen Streifen steuert. Ist das Gen abgeschaltet, zeigen die Fische Streifen - wie bei dem Fisch hier im Bild. Der Gen-Schalter wurde bei ihm mit der Gen-Schere Crispr herausgeschnitten.
Buntbarsche mit horizontalen Streifen (links) und ohne (rechts).
Die Art Haplochromis chilotes aus dem Viktoriasee zeigt horizontale und vertikale Streifen.
"Selbst ein streifenloser Fisch entwickelt mit einem mal Streifen, wenn man den Genschalter deaktiviert", sagt Forscher Kratochwil.