Burial 519 Ältestes Beispiel für Kindesmisshandlung entdeckt
Burial 519: Das Team um Anthropologin Sandra Wheeler von der University of Central Florida fand das Skelett des Kindes, das extrem viele Knochenbrüche aufweist, auf dem Friedhof der Oase Dachla in Ägypten.
Der Friedhof: Zwischen den Jahren 50 und 450 nach Christus wurden hier an die 4000 Tote begraben. Über 700 davon haben die Archäologen bereits ausgegraben, mindestens 158 von ihnen waren Kinder unter 15 Jahren. Doch keines von ihnen hatte so schwere Verletzungen wie Burial 519.
Die Art der Brüche spricht Bände. In einem Artikel, der in Kürze im International Journal of Paleopathology erscheinen wird, beschreiben Wheeler und ihre Kollegen ausführlich die alptraumhaft Liste der Verletzungen.
Ältestes Beispiel für wahrscheinliche Kindesmisshandlung in der Archäologie: Zu dem Gesamtbild passt die Isotopenanalyse aus den Haaren, der Haut, den Nägeln und den Knochen des Kindes. Verarbeitet der Körper schwere Verletzungen, ändert sich der Stickstoffhaushalt. Die Werte des Kindes erzählen von mehreren schwerwiegenden Veränderungen im Stickstoffhaushalt, eine davon etwa vier bis fünf Monate vor seinem Tod. Dazu kommen noch generelle Anzeichen für eine konstante Unterernährung.