Burma 2008 Zyklon Nargis
Eine der schrecklichsten Katastrophen des Jahrzehnts spielt sich weitgehend unter Ausschluss der Weltöffentlichkeit ab: Am 2. Mai 2008 fegt der Zyklon "Nargis" über die burmesische Küste und trifft ein nichtsahnendes Volk. Der Wirbelsturm baut sich über dem Golf von Bengalen auf und zieht langsam nach Nordwesten. Er erreicht Spitzengeschwindigkeit von bis zu 230 Kilometern pro Stunde und wird durch nichts gebremst.
Zunächst fegt "Nargis" über das dicht besiedelte Irrawaddy-Delta hinweg. Die Region wird überschwemmt, ganze Dörfer werden weggespült und geweht. Noch heute sind Straßen zerstört, nicht alle Schulen wieder aufgebaut, Menschen ohne festes Dach über dem Kopf.
Einige Stunden später erreicht "Nargis" die damalige Hauptstadt Rangun. Hier werden Dächer abgedeckt, Bäume ausgerissen, die Stromversorgung gekappt.
Das Schlimmste: Den Menschen wird nicht geholfen. Die Militärjunta blockiert internationale Hilfsaktionen. Sie behindert das Einfliegen von Nahrungsmitteln, Zelten und Medikamenten und verweigert ausländischen Helfern - mit wenigen Ausnahmen - die Einreise.
Das größte Problem ist das Wasser. Das Uno-Kinderhilfswerk Unicef befürchtet Durchfallerkrankungen durch verseuchtes Wasser. Aber auch sonst fehlt es an fast allem - an Zelten, Decken, Nahrungsmitteln.
Zunächst gibt die Regierung in Burma die Zahl der Toten mit knapp 32.000 an, mehr als 30.000 Menschen gelten als vermisst. Die Vereinten Nationen gehen schnell von bis zu 100.000 Toten aus. Inzwischen wird auch offiziell von insgesamt fast 140.000 Toten und Vermissten gesprochen.