Burma Zeichen des Wandels
Burmas Staatsführung macht Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi Hoffnung auf ein Regierungsamt. Die Politikerin, die als Symbol einen kämpfenden Pfau gewählt hat, scheint vom Reformkurs überzeugt zu sein: Sie hält freie, geheime und faire Wahlen in Burma für möglich.
Politisch gesehen sitzt Burmas Staatspräsident Thein Sein - anders als im Bild - zwischen zwei Stühlen: Er muss einerseits Hardliner im innerparlamentarischen Machtkampf besänftigen, versucht aber auch, das Land aus der internationalen Isolation zu befreien, was Reformen notwendig macht.
Ein Weg, wie Thein Sein dem Westen Veränderungen in Burma zu beweisen versucht: Er demonstriert Nähe zu Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi. Das Bild von einem Treffen der beiden im August war eine Sensation, denn...
...Suu Kyi galt jahrelang als Persona non grata in Burma. Jahrelang war sie in Haft, später stand sie unter Hausarrest - plötzlich ist sie wieder eine öffentliche Person. Die Regierung kann sie auch deshalb zurzeit nicht ignorieren, weil...
...Suu Kyi sich stark gegen den Bau des Myitsone-Damms einsetzt. Das milliardenschwere Projekt...
...wurde von Thein Sein nun für die Dauer seiner Regierungsperiode gestoppt, was zwar die Gegner des Damms besänftigt, wiederum aber Ärger mit Baupartner China bedeuten könnte.
Die Regierung setzt mit dem Stopp des Dammbaus sowie der angekündigten Freilassung weiterer politischer Häftlinge ein politisches Zeichen - für eine internationale Annäherung und auch, weil Thein Sein darum kämpft, 2014 den für Burma wichtigen Vorsitz in der Gruppe der Asean-Staaten zu übernehmen.