Carl Friedrich von Weizsäcker Werbetrommler für die Superbombe
Carl Friedrich von Weizsäcker: 1940 hatte der Physiker mit ersten Reaktorversuchen begonnen - unter militärischer Leitung. Der junge Wissenschaftler war fasziniert von der Idee, eine Atombombe zu schaffen, die "ganz London" zerstören könne. "Ich war verrückt", sagte der spätere Friedensforscher rückblickend.
Otto Hahn: Der junge Patriot Weizsäcker erfreute sich an dem Gedanken, "an einen Schalthebel politischen Einflusses zu kommen". Seinem Kollegen Otto Hahn (Foto von 1959) plagten indes Zweifel: "Wenn der Hitler durch meine Arbeit eine Uranbombe kriegt, bringe ich mich um", sagte Hahn.
Physikertrio: Der deutsche Physiker und Chemiker Otto Hahn (M.) mit seinen Kollegen Fritz Straßmann (l.) und Heinz Haber 1962 im Münchner Deutschen Museum vor Versuchsapparaturen, mit denen Hahn und sein Assistent Straßmann am 17. Dezember 1938 die Kernspaltung entdeckt hatten.
Comeback nach dem Krieg: Das undatierte Archivbild zeigt den deutschen Physiker Werner Heisenberg. Weizsäcker hatte ihn schon 1927 in Kopenhagen kennengelernt - unter seinem Einfluss wählte er Physik als Studienfach. Zu Beginn des Zweiten Krieges erhoffte sich Weizsäcker politischen Einfluss durch das Uranprojekt zur Erforschung der Kernspaltung, dem auch Heisenberg und Otto Hahn angehörten.
Niels Bohr: "Für seine Verdienste um die Erforschung der Struktur der Atome und der von ihnen ausgehenden Strahlung" erhielt der Däne Niels Bohr, hier in seinem Labor, 1922 den Nobelpreis für Physik. Knapp 20 Jahre später traf sich Heisenberg mit seinem dänischen Kollegen im von den Deutschen besetzten Kopenhagen, um mit ihm ein Stillhalte-Abkommen zu vereinbaren - doch der Plan schlug fehl.
Der "Vater der Atombombe": Dr. J. Robert Oppenheimer, der wissenschaftliche Leiter des Manhattan Projekts, dem amerikanischen Programm zum Bau einer Atombombe in seinem Büro im Dezember 1958. Als die erste Atombombe der Welt, die "Trinity", am 16. Juli 1945 in der Wüste von New Mexico gezündet wurde, sagte er seinen berühmten Satz: "Ich bin der Tod geworden, der Zerstörer der Welten."
Atombombentest: Werner Heisenbergs Bestrebungen, während des Zweiten Weltkriegs eine Allianz mit seinen US-Physikerkollegen zur Verhütung von Nuklearwaffen zu bilden, scheiterten. Dieses Foto des US-Verteidigungsministeriums zeigt einen Atombombentest im April 1954.
Mitglieder der "Göttinger 18": Carl Friedrich von Weizsäcker (r.), Walther Gerlach (M.) und Otto Hahn treffen am 17. April 1957 im Bonner Palais Schaumburg ein, um mit Bundeskanzler Adenauer die von ihm scharf kritisierte "Göttinger Erklärung" zu diskutieren. Als Mitarbeiter von Otto Hahn war der Philosoph und Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker in den dreißiger Jahren an den Forschungen zur Kernspaltung beteiligt, an deren Ende die Atombombe stehen sollte. In der Folgezeit setzte sich von Weizsäcker mit der Verantwortung des Wissenschaftlers für die Folgen seiner Arbeit auseinander. 1957 war er Initiator der "Göttinger Erklärung" namhafter Wissenschaftler gegen die atomare Aufrüstung der Bundeswehr. Am 12. April 1957 hatten 18 führende deutsche Naturwissenschaftler, darunter vier Nobelpreisträger, von Zweifeln und Gewissensnöten gedrängt in der sogenannten Göttinger Erklärung vor den Gefahren des atomaren Wettrüstens gewarnt. Adenauer hatte sich zuvor für eine die Aufrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen eingesetzt.
Deutschlands heimlicher Atomtest: In den frühen Morgenstunden des 31. August 1957 zündeten die USA "Smoky" - die bis dahin stärkste auf dem amerikanischen Kontinent getestete Atombombe. Der Test diente vor allem auch dazu, vergrabene Bunkermodelle aus deutscher Produktion für eine geplante Schutzanlage der Bundesregierung auf ihre Haltbarkeit gegen Atomschläge zu prüfen.
Pazifist Weizsäcker: Nach seiner Emeritierung 1980 als Professor vertrat Carl Friedrich von Weizsäcker (Foto von 1983) einen "radikalen Pazifismus als das christlich einzig Mögliche".