Carles Puigdemont Separatisten jubeln, Rajoy unter Druck
Teilsieg: Der katalanische Ex-Präsident Carles Puigdemont ist frei. Unter Auflagen konnte er die Justizvollzugsanstalt Neumünster verlassen. Der Politiker kündigte an, weiter für die Abspaltung der Region Katalonien zu kämpfen. "Wir müssen unsere Position beibehalten und niemals zurückweichen", war auf seinem Twitteraccount zu lesen.
Weiter angeklagt: Das Oberlandesgericht Schleswig-Holstein entschied, dass Puigdemont nicht wegen des Vorwurfs der Rebellion ausgeliefert werden könne. Es erließ aber Auslieferungshaftbefehl wegen der mutmaßlichen Veruntreuung öffentlicher Gelder. Der Vollzug wurde ausgesetzt.
Überall Kameras: Das Interesse an dem Fall ist groß. Sollte Deutschland den Ex-Regionalpräsidenten nach Spanien ausliefern oder nicht? Egal wie die finale Entscheidung des Oberlandesgerichts in Schleswig-Holstein ausfällt, der Fall ist jetzt schon ein Politikum.
"Schande": Als Puigdemont das Gefängnis verließ, nutzte er die Aufmerksamkeit der Medien für seine Botschaft: Politische Gefangene seien eine "Schande für Europa", sagte er und forderte die Freilassung weiterer inhaftierter Mitstreiter.
Sekt für alle: Bereits am Donnerstag wurde verkündet, dass Puigdemont unter Auflagen freikommt. Für seine Unterstützer war das ein Grund zur Freude.
Estelada Blava: Der katalanischen Flagge, wie sie vor dem Gefängnis in Neumünster weht, kommt besondere Bedeutung zu: Der weiße Stern soll für den Unabhängigkeitskampf stehen.
Im Exil: Das Plakat, das auch am Zaun der Justizvollzugsanstalt hängt, fordert "Freiheit für den gewählten Präsidenten".
Die Entscheidung der deutschen Richter war in Spanien mit Spannung erwartet worden. Hier protestieren Menschen in Figures gegen die Inhaftierung der katalanischen Separatisten.
Der Druck auf Spaniens Premier Mariano Rajoy wächst: Oppositionspolitiker und Rechtsexperten werfen ihm vor, sich auf die Justiz verlassen zu haben. Sie fordern, Rajoy müsse jetzt endlich politische Lösungen für das Katalonien-Problem liefern.