Carsten Jancker Ein Kuss als Markenzeichen
Mit dem FC Bayern gewann Jancker zwischen 1996 und 2002 viermal die Deutsche Meisterschaft. Auf diesem Bild streckt er nach dem Titelgewinn 1999 die Schale in die Luft - auch individuell war es seine beste Saison. Jancker hatte 13 Tore geschossen und neun Vorlagen gegeben.
Ein Jahr später, der gleiche Jubel: Nach 1998 und 1999 feiert Jancker mit den Münchnern seinen dritten Titel. Am 34. Spieltag schlugen die Bayern (nach zwei Jancker-Toren) Werder Bremen 3:1 und fingen damit Bayer Leverkusen noch von der Tabellenspitze ab. Die Meisterfeiern gehörten freilich zu Janckers Karrierehöhepunkten, angefangen...
...hatte seine Laufbahn 1993 beim 1. FC Köln. Nach zwei Jahren wechselte er in das grün-weiße Trikot von Rapid Wien, dort aber spielte der Angreifer nur eine Saison. Nach 27 Spielen und sieben Toren wechselte er im Sommer 1996 nach...
...München. Dort hatte er zwar im ersten Jahr Anlaufprobleme und kam in 22 Einsätzen nur zu einem Tor. Doch in den anschließenden Jahren war er regelmäßig erfolgreich und durfte sich oft mit seinen Mannschaftskameraden, hier Stefan Effenberg, freuen.
Und wenn grad mal kein Mitspieler zum kollektiven Jubel da war, küsste Jancker seinen Ehering. Für ihn wurde dieser Kuss schnell zum Ritual. Man mag sich kaum vorstellen, was der Angreifer alles dafür gegeben hätte, diesen Jubel...
...auch nach seinem Fallrückzieher im Champions-League-Endspiel 1999 zeigen zu können. Doch der Ball prallte an die Latte. Was im Anschluss passierte, ist bekannt. Die Bayern verspielten...
...in den Schlusssekunden eine 1:0-Führung und verloren gegen Manchester United 1:2. "Dieses Spiel hat mich noch monatelang verfolgt", sagte Jancker später. Auf dem Spielfeld wurde er erst von ManU-Keeper Peter Schmeichel und später...
...von Mitspieler Lothar Matthäus getröstet. Wahrscheinlich war der Frust über diese dramatische Niederlage erst zwei Jahre später komplett abgebaut, denn 2001 gewannen...
...die Bayern die Champions League und durften die Trophäe später auf dem Münchner Marienplatz ihren Fans präsentieren. Zusammen mit Jancker, im Weißbier-Lederhosen-Look, stemmt Hasan Salihamidzic den Pokal in Höhe.
Februar 2001: Carsten Jancker, in der Mauer mit (v.l.) Marko Rehmer, Dietmar Hamann, Michael Ballack und Marco Bode, macht sein 13. Länderspiel für Deutschland. Das Testspiel in Frankreich geht 0:1 verloren. Ähnlich erfolglos verlief auch die EM ein Jahr zuvor. Für Jancker, der bereits 1998 sein Debüt für die DFB-Auswahl gegeben hatte, war die...
...Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea der Höhepunkt der Nationalmannschaftskarriere. Auf diesem Foto bejubelt er seinen Treffer zum 4:0 gegen das überforderte Saudi-Arabien. Am Ende gewann Deutschland 8:0. Doch der Stürmer kam nach der Vorrunde nicht mehr zum Einsatz. Somit...
...blieb ihm auch nach dem 0:2 im Endspiel gegen Brasilien nichts anderes übrig, als Torwart Oliver Kahn zu trösten. Trotz der Finalniederlage ließ sich die...
...deutsche Mannschaft nach ihrer Rückkehr auf dem Frankfurter Römer kräftig feiern. Und mittendrin: Carsten Jancker. Bleibt nur die Frage: Nimmt er sich gerade das frischgezapfte Pils, oder reicht er es an einen Kollegen weiter?
Nach der Fußball-WM und seiner Zeit bei Bayern München wechselte Jancker im Sommer 2002 in die Serie A nach Italien - allerdings war er dort nicht sonderlich erfolgreich. In zwei Spielzeiten gelang ihm jeweils nur ein Tor. Entsprechend war es nur wenig überraschend, dass er sich...
...nach einer neuen Aufgabe umsah. Eine solche fand er ab Sommer 2004 beim 1. FC Kaiserslautern. Auch dort aber hielt es ihn nicht sonderlich lange. Nach einem durchwachsenen ersten Jahr mit vier Toren wollte...
...ihm spätestens zu Beginn seiner zweiten Saison kaum noch etwas gelingen. Nach nur wenigen Einsätzen in der Saison 2005/2006 wurde er auf dem Betzenberg aussortiert. Damit war Janckers Karriere in Deutschland beendet.
Nachdem er ein halbes Jahr weitgehend erfolglos bei Shanghai Shenhua in China gespielt hatte, lief er mit Beginn des Jahres 2007 in Österreich für den SV Mattersburg auf. Beim Erstligisten spielte er in...
...zweieinhalb Jahren 76-mal und schoss dabei 21 Tore. Während seiner zweiten Saison wurde er dort sogar zum Mannschaftskapitän gewählt. Trotzdem wurde ihm im Sommer 2009 mitgeteilt, dass man in Mattersburg nicht mehr mit ihm plane. Er wollte es noch einmal versuchen, entschied sich aber im Februar 2010, die aktive Karriere zu beenden und Trainer zu werden.