"Casting JonBenet" War es der Weihnachtsmann?
In dem Film "Casting JonBenet" geht es um einen Mordfall, der bis heute nicht aufgeklärt ist.
An Weihnachten 1996 wurde die sechsjährige JonBenét tot im Keller ihres Elternhauses aufgefunden.
Der Täter konnte bis heute nicht ermittelt werden. Für das Netflix-Filmprojekt wird ein Casting für eine angebliche Verfilmung des Falles veranstaltet.
Alle Bewerber um die Rollen sind Laiendarsteller und haben auf verschiedene Weise mit der Familie oder dem Fall zu tun.
Besetzt werden soll auch die Rolle des Lehrers von JonBenét, der wegen des Besitzes von Kinderpornografie vorbestraft war.
Die australische Regisseurin Kitty Green streut in ihr Experiment Szenen ein, die sie mit den Darstellern tatsächlich als Spielfilm drehte.
"Casting JonBenet" denkt den Fall nicht von hinten, von seiner Auflösung her.
Das ist eigentlich ein Skandal. Während viele Dokumentarformate versuchen, die Gespenster der Geschichte einzufangen, lässt dieser Film sie erst entstehen.
Immer wieder entstehen unheimliche Momente, in denen ein Teil der Rechnung aufzugehen scheint.
"Casting JonBenet" wird zu einer Art untotem Film. In den Schauspielerkörpern zuckt zombiehaft die Geschichte.