Catrina-Parade in Mexico City Der elegante Tod
Bunte Riesenblumen im Haar, das Gesicht weiß geschminkt: Obwohl sie als Skelett verkleidet ist, sieht diese Frau in Mexico City nicht wirklich gruselig aus.
Im Gegenteil: Die Teilnehmer der Catrina-Parade sind als die wohl schönsten Totenköpfe der Welt verkleidet. Nicht umsonst werden die Feierlichkeiten auch "The Elegant Death" (Der elegante Tod) genannt.
Denn Catrina ist eine Skulptur, die als "eleganter Totenkopf" symbolisch für den Tag der Toten steht.
Traditionell wird der "Día de los Muertos" (Tag der Toten) in Mexiko Ende Oktober bis Anfang November gefeiert. Dann ziehen Paraden durch die Städte, mit denen die Mexikaner an die Toten gedenken und das Leben feiern.
Denn der Tag der Toten ist in Mexiko keineswegs ein Grund, traurig zu sein. Mit Partys auf Friedhöfen und Straßen gleichen die Feierlichkeiten eher einem Volksfest.
Dieser Totenkopf sieht fast ein bisschen lustig aus. Die Catrina-Figur wurde von Comiczeichner Jose Guadalupe Posada erschaffen. Er starb 1913 und gilt als einer der Vorreiter von Satire in Mexiko.
Auch Kinder sind bei der Parade dabei - und schminken sich wie die Erwachsenen: mit leuchtenden Farben und bunten Blumen im Haar.
Die Mexikaner opfern ihren Toten Dinge, die sie im Jenseits vermissen könnten: Blumen, Kerzen, Schnaps, Süßigkeiten, Zucker-Totenköpfe oder das Totenbrot Pan de Muertos - all das wird meist auf kleinen Altären angerichtet.
Und in der Nacht treffen sie sich auf Friedhöfen an den Gräbern ihrer Angehörigen, um ihren Verstorbenen Geschenke zu bringen.
Die Catrina-Parade ist Teil der Vorbereitungen auf den eigentlichen "Día de los Muertos", der von 31. Oktober bis 2. November begangen wird.
Nicht immer war die Parade in Mexico City so pompös. Eigentlich feierten die Mexikaner diese Tradition eher für sich, im Stillen.
Doch im vergangenen Jahr änderte sich das. Anlass war der jüngste James-Bond-Streifen "Spectre" (2015).
Zu Beginn des Films jagt 007 am Tag der Toten einen Attentäter in Mexico City durch eine riesige Parade mit Totenkopfskulpturen und verkleideten Menschen. Nur: Eigentlich gab es solch ein opulentes Fest in Mexikos Hauptstadt gar nicht.
Doch die Stadt ließ sich von Bond inspirieren - und veranstaltete im vergangenen Jahr eine ähnlich große Parade.
So holen die Mexikaner das Sterben ins Leben - und feiern ihre Toten: bunt, laut, gutgelaunt.