CCS (Fast) nichts geht mehr
CCS-Testanlage im norwegischen Mongstad (Archivbild): Dort sollte als Anhängsel eines neuen Gaskraftwerks die größte CCS-Anlage des Planeten entstehen. Doch die abgewählte Regierung des Sozialdemokraten Jens Stoltenberg, der einst den technischen Aufwand des Projekts mit der Mondlandung gleichgesetzt hatte, beerdigte das Vorhaben - als eine ihrer letzten Amtshandlungen. Das ganze sei einfach zu teuer.
Kraftwerk Jänschwalde (im August 2010): Lange Zeit galt eine Technologie namens Carbon Capture and Storage, kurz CCS, als Weg, diese besonders schmutzige Form der Stromerzeugung zukunftsfähig zu machen. Die Idee: Das bei der Verbrennung entstehende CO2 wird abgetrennt und auf ewig im Untergrund weggesperrt - auf Kosten von ein paar Prozent beim Wirkungsgrad der Kraftwerke.
Vattenfall-Testanlage (im Mai 2011): Die Pläne für eine größere Demonstrationsanlage wurden Ende 2011 abgesagt - wegen fehlender juristischer Rahmenbedingungen.
Sleipner-Ölfeld (im Juli 2005): Hier wird CCS schon seit langer Zeit genutzt, um die Ausbeute bei der Förderung zu erhöhen. Auch in den USA wird CCS dafür verstärkt eingesetzt.
Chinesische Industrieanlagen (in Tianjin, Dezember 2008): In den internationalen Klimaverhandlungen wird CCS oft als möglicher Beitrag der Industrieländer für die Energieversorgungssysteme der Schwellenländer präsentiert. Und tatsächlich hat China als Supermacht der Kohleverstromung inzwischen auch ein Dutzend CCS-Projekte am Start.
Protest gegen CO2-Speicherung (im brandenburgischen Beeskow, September 2010): Unter Umweltschützern ist die Technologie umstritten - weil sie das Zeitalter der fossilen Energie womöglich unnötig verlängert. Doch die Kohlenstoffabtrennung hat auch Unterstützer im Öko-Lager.