Rundgang Die Cebit 2018
Der Messebahnhof am Cebit-Montag: An normalen Messetagen tummelten sich hier früher Scharen von Messebesuchern. Allerdings gilt es zu beachten, dass am Montag noch kein normales Messeprogramm, sondern nur das Konferenzprogramm lief, die Ausstellung war noch nicht eröffnet. Entsprechend wenige Besucher kamen.
Dasselbe Bild ergab sich beim Blick auf die Parkplätze. So viel Freiraum gibt es dort normalerweise nicht.
Ein Blick in die Cebit-App zeigt allerdings auch, dass nicht mal die Hälfte der Messehallen tatsächlich belegt ist.
Auch auf dem Außengelände war es am Cebit-Montag noch ungewohnt leer. Nur im Konferenzzentrum der Messe herrschte bereits Trubel: Der als Take-off-Monday bezeichnete Konferenztag war mit rund 5000 Teilnehmern ausgebucht.
Das Freigelände erinnert eher an einen Jahrmarkt als an eine IT-Messe. Weithin sichtbar hat ein großer Softwareanbieter ein Riesenrad aufgebaut. Tagsüber sollen in den Gondeln Meetings abgehalten werden, ab 17 Uhr können auch normale Besucher mitfahren.
Gleich um die Ecke plant ein Computerkonzern offenbar, seine Kunden mit einem Kran zu Meetings in luftige Höhen zu hieven.
Größe demonstriert ein anderes Unternehmen mit dieser riesigen Aufblasfigur, die hoch über dem Messegelände steht.
Klein, aber fein ist dagegen eine neue App, mit der die Messegesellschaft die Orientierung auf dem Gelände verbessern will. Mit Augmented Reality wird ein virtueller Infostand auf dem Handydisplay ins Kamerabild eingeblendet. Außerdem...
...kann man sich mit Pfeilen, die auf dem Handybildschirm in Bilder der Umgebung eingeblendet werden, zum nächsten Ziel führen lassen. Noch funktioniert die App nicht perfekt, benötigt noch sehr viel Leistung und saugt den Akku leer. Spaß macht sie trotzdem.
Was wäre eine Hightechmesse ohne übermotorisierte Exponate? Deshalb findet man natürlich auch auf der neuen Cebit Fahrzeuge wie diesen Porsche.
Apropos Fahrzeuge: Erstmals ist Volkswagen auf der Cebit vertreten. Zwar stehen auf dem Messestand des Autoherstellers auch ein paar halbwegs normale Pkw, das Highlight ist jedoch der Sedric Active, der zeigen soll, wie vollautonom fahrende Autos einmal aussehen könnten.
Für Fahrvorführungen wäre in der Halle 25, in der Volkswagen sich präsentiert, auch noch jede Menge Platz.
Auch die Bundeswehr, ohnehin ein Stammgast auf der Cebit, zeigt auf ihrem Stand ein Fahrzeug. Der ausgestellte Transportpanzer Fuchs ist aber weder schnell noch autonom, zeichnet sich stattdessen durch eine ausgefuchste Antennenanlage aus.
Wie schon auf der CES nutzt Chiphersteller Intel seine Beteiligung an dem deutschen Multicopterhersteller e-Volo, um Besucher auf seinen Stand zu locken. Der elektrisch angetriebene Volocopter soll künftig als eine Art Lufttaxi dienen. Aufmerksamen Beobachtern fällt auf, dass das gezeigte Fluggerät auf dem Messestand an einer Steckdose hängt. Bei näherer Betrachtung...
...sieht man aber, dass in der Steckdose ein einfaches Handy-Netzteil steckt. Wozu diese 5-Watt-Verbindung dient, ist unklar, zum Aufladen der Akkus sicher nicht.
Auch die Bahn ist auf der Messe vertreten. Gleich gegenüber von Volkswagen zeigt sie zum Beispiel Bodenplatten mit integrierten LED-Lampen. Die könnten in Bahnhöfen künftig beispielsweise anzeigen, wo sich die Türen eines Zugs öffnen werden.
Ein Bildschirm in einem Pseudo-Bahnabteil zeigt, an welchen Ideen die Bahn gerade tüftelt.
Wie sehr sich die Cebit gewandelt hat, kann man an den Plakaten ablesen, mit denen die Messe für sich selbst und ihr neues Programm wirbt. Neben Ausstellern werden hier die auftretenden Künstler und einige besonders bekannte Redner genannt.
Für das Konferenzprogramm sind auch in einigen Ausstellungshallen Auditorien vorbereitet worden. Bunt und modern möbliert, ist da nichts mehr vom Muff der alten Cebit zu spüren.
Bei den Ausstellern ist der Modernisierungswille jedoch noch nicht so verbreitet wie bei der Messegesellschaft. Viele setzen immer noch auf althergebrachte Präsentationsmittel, wie etwa von der Decke baumelnde Mobiles.
Das neue Pressezentrum hingegen hat nichts mehr mit den alten Räumen gemein, in denen man auf melierten Teppichen zu unbequemen Drahtstühlen ging. Stattdessen herrscht jetzt rohe Start-up-Atmosphäre und das Presseteam der Messe arbeitet, nur durch ein Drahtregal von den Reportern getrennt, im Großraum mit.
Wo die Messegesellschaft die vielen alten Holztische für die Presse herbekommen hat, ist unklar. Die von der Decke hängenden gelben Strom- und Netzwerkkabel scheinen aus einem Hipster-Baumarkt zu kommen.
Die Idee ist gut: Wer sich, vom Messerundgang erschöpft, kurz hinsetzen will, freut sich ganz sicher über eine der Steckdosen zum Aufladen von Smartphone und Notebook.
Oder man setzt sich auf dem Freigelände in eine der Sitzgruppen, die dort in einer Reihe von Airstream-Wohnwagen aufgebaut wurden.
Letztlich setzt die neue Cebit überall auf Unterhaltung und Entspannung neben dem Messetrubel. Sei es mit einer Miniatur-Minigolfanlage,...
...Kickertischen oder...
...der großen Bühne, auf der im Abendprogramm Bands wie Mando Diao und Jan Delay auftreten.
Die neue Cebit ist krass, und das ist gut so. Ob das Konzept erfolgreich ist, wird man erst am Ende der Woche abschätzen können.