Tag 3 auf der CES 2018 VR-Fitness, Lautsprecher und Gitarren
"Hey Google, schenk mir was!" An mehreren Orten auf dem Messegelände und auf dem Las Vegas Strip hat der Internetkonzern solche übergroßen Gewinnspielmaschinen aufgebaut - als Werbung für den Google Assistant. Die Teilnehmer müssen der Maschine bloß eine von jeweils vier vorgegebenen Fragen stellen. Der Assistant antwortet dann und wirft einen seiner bunten Bälle aus. Die enthalten Preise wie Google-Home-Lautsprecher oder Nest-Überwachungskameras. Das macht das Spiel natürlich populär und so stehen die Spieler nicht selten mehr als eine Stunde geduldig Schlange, bis sie drankommen.
Im Fitnessstudio kommt man schnell ins Schwitzen. Dasselbe gilt für Virtual-Reality-Actionspiele, bei denen man ein enges Headset trägt und oft auch noch viel mit den Händen herumfuchtelt. Die Firma Black Box kombiniert nun auch noch beide Aktivitäten: Ab dem Sommer bietet sie in San Francisco ein potenziell extra ekliges Workout-Erlebnis, in Form eines Sportgeräts mit passendem VR-Spiel. Gesteuert wird es mit speziellen Controllern, die man nicht in den Händen hält, sondern am Unterarm trägt. Unser Eindruck: Noch überzeugt das Konzept nicht, die bisherigen VR-Brillen sind für solche Experimente zu unbequem.
Weil auf der CES alles smart sein muss, sind auch diese Lampen für Fahrrad- und Motorradhelme smart. Die Cosmo connected genannten Gadgets kann man einfach als Rücklicht nutzen. Über Sensoren erkennen sie aber auch, wenn man bremst - und leuchten dann als helles Bremslicht auf. Sie sollen sogar bemerken, wenn man abbiegt und dann entsprechend blinken. Das eigentliche Extra ist aber, dass ihre Sensoren auch erkennen, wenn man stürzt und daraufhin über Smartphone einen Notfallkontakt oder den Notruf informieren können, samt Positionsangabe. Die Fahrradversion kostet 59 Euro, das Motorradmodell 119 Euro.
Die deutsche Firma Sennheiser widmet sich auf der CES ganz dem 3D-Sound. Unter anderem wird das Ambeo VR Mic gezeigt, dessen Innenleben hier zu sehen ist. Vier zueinander versetzte Mikrofonkapseln sollen es Profis leichter machen, den zu 3D-Filmen und VR-Anwendungen passenden Raumsound aufzuzeichnen.
Passend zum VR Mic kann man sich auf dem Messestand der Fraunhofer-Forschungsgesellschaft den Prototyp einer Soundbar anhören, die Sennheiser zusammen mit Fraunhofer entwickelt hat. Die Ambeo-Soundbar nutzt die MPEG-H-Technologie der Fraunhofer-Forscher, um über 13 Lautsprecher einen Raumklang zu erzeugen, der im akustisch abgeschirmten Hörraum auf der Messe eine beeindruckende Klangbühne entstehen ließ. Leider soll die Soundbar erst gegen Ende des Jahres auf den Markt kommen. Einen Preis gibt es noch nicht, aber man kann davon ausgehen, dass er zumindest vierstellig sein wird.
Die E-Sport-Organisation Fnatic hat sich weltweit einen Namen gemacht: Ihre Teams spielen professionell und oft vor Zehntausenden Fans Games wie "League of Legends" und "Counter-Strike". Fnatic-Trikots kann man schon lange kaufen, mittlerweile gibt es auch passendes Computerzubehör. Diese Sparte erweitert die Firma dieses Frühjahr unter anderem um die kompakte, mechanische Gamer-Tastatur. Sie wird etwas mehr als Hundert Euro kosten und bietet mehrere Beleuchtungsvarianten sowie direkt ins Keyboard einprogrammierbare Makros. Sie machen es möglich, dass mit einem Tastenanschlag mehrere Befehle gleichzeitig ausgeführt werden. Außerdem, davon konnten wir uns bei einer Prototypen-Vorführung überzeugen, ist die Tastatur sehr rutschfest.
Das Mikme sieht anders aus als andere Mikrofone. Aber das ist okay, denn es funktioniert auch anders. Man kann es per Bluetooth mit seinem Handy verbinden oder einfach direkt in den internen 16-GB-Speicher aufnehmen. Was beim kurzen Ausprobieren auf der Messe aber vor allem auffällt, ist die Klangqualität. Trotz lautem Umgebungslärm hat es die Stimmen zweier an einem Gespräch beteiligter Personen klar und deutlich aufgezeichnet. Für YouTuber und Podcaster ein potenziell sehr nützliches Aufnahmegerät. Und mit 500 Euro auch alles andere als billig.
Mit der Ankündigung einer "beinahe wasserlosen Waschmaschinen-Technologie für den Endverbraucher-Markt" lockte uns die Firma Xeros an ihren Stand. So ganz stimmte das mit dem "beinahe wasserlos" jedoch nicht. Insgesamt benötige man für einen ganzen Waschgang schon noch 30 bis 35 Liter Wasser, hieß es jetzt: Der Verbrauch sei so aber nur halb so hoch wie bei vielen normalen Maschinen. Möglicht macht das laut Xeros der Einsatz einer besonderen Waschtrommel, in der beim Waschen 24.000 Polymer-Kügelchen zum Einsatz kommen: Sie sollen nicht nur den Schmutz von der Kleidung entfernen, sondern diese auch schützen "wie winzige kleine Hände", heißt es im Firmenflyer.
Übersetzungen hin und her zwischen 80 Sprachen verspricht Travis, ein 199-Dollar-Gadget mit auffallend kleiner Displayschrift aus den Niederlanden. Überzeugen konnte das Gerät bei einer kurzen Vorführung aber nicht. So musste die Sprachkombination vor dem Reinsprechen erst händisch eingestellt werden und der erste Testsatz "Can you tell me where the train Station is?" wurde schwach ins Deutsche transferiert: "Können Sie mir wo ist der Bahnhof ist sagen?", tönte es aus dem Gerät. Ein Mitarbeiter erklärte uns, dass seine Firma für solch holprige Formulierungen nichts könne: Die Übersetzungen frage die App bei Webdiensten Dritter wie dem Google-Übersetzer ab.
Mit Hunderten Gitarren und ein paar Bassgitarren im Gepäck reist Gitarrenhersteller Gibson in jedem Jahr zur CES. Im riesigen Zelt der Firma kann man die nicht nur über Kopfhörer probespielen, sondern auch gleich kaufen. Auf einer Bühne treten den ganzen Tag, Band, Gitarristen und Sänger auf. Vor allem aber zeigt das Unternehmen hier, dass es sich längst auch in andere Bereiche ausgebreitet hat und stellt Produkte seiner Unterhaltungsektronikmarken aus, zu denen Philips Fidelio und Onkyo gehören. Beliebt ist das Zelt freilich auch, weil dort ab 16 Uhr Happy Hour ist. Dann gibt es kühle Getränke und die Musik auf der Bühne wird schon mal etwas lauter.