CES Das Lesen wird digital
Das ist chic: Richtig edel haben die Werbefotografen von Plastic Logic ihren QUE hier zu einem digitalen Lesefrühstück mit Zeitung arrangiert. Das passt, denn ...
... die neuen Lesegeräte wollen nicht nur Buch-Träger sein, sondern sollen auch Magazin- und Zeitungsverlegern neue Vertriebskanäle öffnen. Besonders in den USA ...
... gelten gedruckte Zeitungen inzwischen als vom Aussterben bedrohte Art, der Übergang von physischer zur digitalen Distribution hat begonnen und erschüttert die Branche. Die ...
... lauscht auch darum mit offenen Ohren, setzt einige Hoffnungen auf die neuen Medienträger, die erstmals 1996 in den Handel kamen, damals aber noch grandios floppten und es nie zu mehr als zu einem Nischenmarkt brachten. Erst seit ...
... dem Erfolg von Amazons Kindle gelten E-Book-Reader als vielversprechendes Geschäft. Elektronische Tinte erlaubt inzwischen gestochen scharfe Darstellungen, die tatsächlich wie gedruckt wirken.
So kann auch das QUE nicht nur auf Werbefotos beeindrucken, sondern auch, wenn man es selbst in Augenschein nimmt. Wie ein edler digitaler Bilderrahmen sieht das aus, ist darüber hinaus ...
... aber auch noch deutlich dünner als solche Geräte. Man kann sich tatsächlich vorstellen, so etwas in die Aktentasche zu stecken, ...
... zumal auch der Prestigewert solcher Geräte noch ziemlich hoch ist: Sie machen wirklich etwas her. Das müssen sie auch, denn auch das QUE ist weit davon entfernt, als Sonderangebot durchzugehen: Preise ab 650 Dollar machen das Lesegerät zur denkbar teuersten Möglichkeit, sich Literatur und Presse zuzuführen.
Darüber hinaus haben auch andere Mütter schöne Töchter: Für viel Aufmerksamkeit sorgt auf der CES 2010 das Skiff genannte Gerät eines gleichnamigen Start-ups, ...
... das ähnlich dünn und edel daherkommt wie das QUE, darüber hinaus aber allen anderen Geräten eines voraus hat: Es ist der erste ...
... im Ansatz flexible, und darum weniger empfindliche Reader: Der Skiff basiert auf einer biegsamen E-Ink-Folie und ist damit Vorreiter einer irgendwann folgenden Gerätegeneration, die man wird aufrollen können, so wie man das von Papier erwartet. Erst dann, glauben viele Experten, wird elektronisches Papier das Holz-Produkt wirklich beginnen zu verdrängen: Wenn man sein E-Papier aufrollen und in die Westentasche stecken kann und gar nicht mehr das Gefühl hat, ein Gerät bei sich zu tragen. Schon jetzt aber ....
... brummt das Geschäft mit den Lesegeräten. Auch Sony stellt auf der CES ein neues, schlankeres und eleganteres Gerät vor, das sich als "Daily Edition" explizit der Zielgruppe Zeitungsleser und -verleger andient. Preiswerte Geräte ...
... gibt es nun auch zunehmend zu besichtigen: Das Astak PocketPRO ist nun eines von bisher rund 40 Geräten auf dem US-Markt - und mit 199 Dollar eines der billigsten. Doch auch solche Schnäppchen werden es schwer haben ...
... gegen den Marktdruck, den die Branchenriesen ausüben können: Das "E6" ist Samsungs Einstieg in den E-Reader-Markt, in dem zahlreiche ...
... sehr ähnliche Produkte um die Gunst der Kunden werben: Hier eine auf der CES vorgestellte Variante von ViewSonic. Da ist abzusehen, dass der Konkurrenzkampf schon bald dazu übergehen wird, über den Preis ausgetragen zu werden. Zumal weil ...
... auf der CES noch eine andere Geräteklasse Ansprüche anmeldet, sich als elektronisches Lesegerät zu etablieren: Tablet-PCs, von Microsoft jetzt als "Slates" angepriesen, gibt es in Las Vegas in mehr Varianten zu sehen als E-Reader. Ihr Nachteil: Ihre Bildschirmauflösung ist nicht so gestochen scharf. Ihr Vorteil: Sie können auch Internet, Film und Fernsehen - und mit angedockter Tastatur zur Not sogar noch als Schreibmaschine dienen. Im Bild: Geräte von Freescale.
Und dann sind da noch die Platzhirschen. Barnes & Nobles will sich von Amazon nicht länger die Butter vom Brot nehmen lassen und hat mit dem "Nook" einen eigenen Reader für 249 Dollar vorgelegt. Die Farbe im Bild ist übrigens irreführend: Farbig ist auch beim Nook nur die Benutzerführung, Inhalte werden in Graustufen dargestellt.
Der E-Reader-König: Bisher beherrscht Amazon-Chef Jeff Bezos den E-Book-Markt weitgehend unangefochten. Sein Kindle ist das meistverkaufte E-Book, der meistgekaufte Geschenkartikel bei Amazon und längst eine der Haupt-Profitquellen des weltgrößten Versandhändlers. Im zurückliegenden Weihnachtsgeschäft verkaufte Amazon erstmals mehr elektronische Bücher als gedruckte Ausgaben.