CES-Highlights vom letzten Tag Gadgets, bis die Reifen qualmen
Der Markt für Bluetooth-Lautsprecher ist riesig, aber viele mobile Musik-Abspielstationen sehen langweilig aus. Entsprechend freuten wir uns, als wir die Neuheiten von Iessentials entdeckten: Der Messestand der US-Firma war voll von halbwegs elegant bis extrem kitschig wirkenden Outdoor-Bluetooth-Boxen, denen angeblich auch Kälte oder Regen nichts ausmacht. Acht Stunden sollen die Boxen mit durchgehendem Sound plus Beleuchtung durchhalten. Wie gut sie klingen, erfuhren wir vor Ort leider nicht. Die beiden mittleren Lautsprecher kosten 69 Dollar, die äußeren 59.
Viele Menschen nutzen Powerbanks oder Extra-Akkus für ihr Smartphone. Solche Dinge zum Beispiel im Rucksack mit sich rumzutragen, nervt aber schnell, zumal größere Powerbanks meistens gar nicht so leicht sind. Schlau mutet daher eine Geschäftsidee der Firma GoWearTech an: Sie hat einen Gürtel mit per Mini-USB aufladbarem Akku auf den Markt gebracht, an dem Träger ein Handy nachtanken können, das vielleicht ohnehin gleich nebenan in der Hosentasche steckt. Das hier zu sehende Modell des sogenannten Battery Belt bietet für 229 Dollar eine Akku-Kapazität von 7500 mAh, was je nach Handy für drei bis fünf Ladungen reichen soll.
Blickt die Spielerin nach oben, schaut auch Lara Croft gen Himmel: Im Gaming-Bereich der CES stellte die Firma Tobii ihre Eye-Tracking-Systeme für Spielefans vor. Mit ihnen hat man in ausgewählten Spielen wie "Rise of the Tomb Raider" und "Assassin's Creed: Origins" mehr Übersicht, da sich die Kamera ein Stück weit mit Blickbewegungen kontrollieren lässt. Eine interessante Zusatzfunktion, durch die man sich aber auch beobachtet vorkommt. Das aktuelle Produkt von Tobii, der Eye Tracker 4C, wird per USB mit dem Computer verbunden und kostet 159 Euro. Aktuell experimentiert Tobii auch mit Eye-Tracking in der virtuellen Realität, auf der CES ließ sich eine erste Variante ausprobieren.
Wie viele Rückstande von Pestiziden befinden sich auf meinem Obst oder Gemüse? Diese Frage soll der funktionsfähige Prototyp des "Handheld Pesticide Residue Detector" beantworten, den ein Forscherteam aus Taiwan auf die CES mitgebracht hat. Man stellt ihn neben sein Testobjekt in eine Schale Wasser, dann signalisiert er durch ein rotes, gelbes oder grünes Licht, ob man etwa seine Frucht ohne Bedenken essen dürfte. Rot und Gelb bedeuten dabei: Lieber noch ein wenig intensiver waschen und zwar solange, bis das Licht auf Grün wechselt. Den hier zu sehenden Apfel haben wir übrigens im CES-Pressezentrum bekommen, das Testergebnis lautete: alles okay, grün.
Seit Jahren versuchen etliche Firmen, ihre Smartphones auf die eine oder andere Weise auch als Notebook-Ersatz nutzbar zu machen. Die auf Gaming-Produkte spezialisierte Firma Razer hat dazu nun einen neuen Entwurf vorgelegt, unter dem Namen "Project Linda". In den Rumpf des 13-Zoll-Notebooks wird das erst vor kurzem eingeführte Razer Phone als Touchpad eingeschoben. Gleichzeitig dient das Smartphone mit seinem Prozessor als Antrieb. Ob, wann und zu welchem Preis daraus eine fertiges Produkt wird, ist unklar.
Eigentlich wollten die mexikanischen Gründer der Firma Kryo Audio ihr Produkt erst Ende Januar auf der NAMM-Musikmesse vorstellen, aber dann wurde plötzlich doch noch ein Eckchen auf der CES frei. Ihre Idee: ein Effektpedal für E-Gitarren, das per Smartphone und Bluetooth mit verschiedene Effekten - Chorus, Flanger, Echo, Hall und so weiter - gefüllt werden kann. Statt mit einem halbem Dutzend sollen Gitarristen dann mit nur einem Pedal auskommen. Mit 149 Dollar ist das Produkt nicht einmal sonderlich teuer. Die App dazu könnte unserem Eindruck nach allerdings noch etwas Liebe gebrauchen.
Der Name des legendären Spielautomatenherstellers Atari ist heute kaum noch etwas wert, er wechselt regelmäßig den Besitzer. So dürfte es auch zu erklären sein, dass auf der CES der Pong Table zu sehen ist, eine Tischversion des Kult-Klassikers "Pong". Die Idee dahinter war es, einen multifunktionalen Spieltisch zu bauen. Diesen kann man nun als Sofatisch benutzen, zwischendurch lässt sich aber auch mit Freunden eine Partie "Pong" spielen, über eingebaute Lautsprecher Musik hören oder per USB das Handy laden. Einen Preis für das Nerd-Möbelstück gibt es noch nicht.
Unter dem Namen MyArcade werden auf der CES diese knuffigen Mini-Spielautomaten gezeigt. Sie bilden verschiedene Spielhallen-Klassiker nach, kosten jeweils 30 Dollar und werden mit Batterien betreiben. Zuhause kann man sie auch per USB mit Strom versorgen. Beim wem Arcade-Spiele Nostalgiegefühle wecken, der ist hier richtig. Sonderlich hochwertig wirken die Mini-Automaten allerdings nicht. Zudem braucht man beim Spielen ein wenig Geschick, so klein sind die Steuerelemente.
Die sonst eher für Ladegeräte und Akkus bekannte Firma Anker zeigt auf der CES den Nebula Capsule. Der Mini-Projektor ist knapp so groß wie eine Getränkedose und liefert eine Auflösung von 854 mal 480 Pixeln. Nicht viel also, für bestimmte Anwendungen reicht das aber wohl. Zum Beispiel, um im Hotel oder auf dem Campingplatz Filme mit bis zu 100 Zoll Diagonale an die Wand zu werfen. Da der Nebula nur 100 Lumen Helligkeit schafft, sollte es dazu freilich dunkel sein. Bei Amazon in den USA kostet das Gerät derzeit 350 Dollar.