"Chariklo" Erster Kleinplanet mit Ringen entdeckt
So schön kann der Blick ins All sein - steht man auf dem Asteroiden "Chariklo". Ihn umkreisen zwei filigrane Eisringe, entdeckten Forscher kürzlich. Eigentlich dürften sie nur über wenige tausend Jahre bestehen. Deshalb vermuten die Forscher, dass sie von Monden in Position gehalten werden. Dieses Bild zeigt natürlich nur eine künstlerische Darstellung, so wie die folgenden Grafiken auch.
Weit draußen: Der Mini-Planet ist im Schnitt knapp 16 Mal so weit von der Sonne entfernt, wie es die Erde ist. Deshalb schmelzen die Ringe nicht. 62 Jahre braucht er, um die Sonne zu umrunden. Schiebt er sich dabei zwischen die Erde und einen anderen Stern, wirft er einen zarten Schatten. Diesen Schatten hat sich ein internationales Team von Astronomen angeschaut - und ein leichtes Flackern entdeckt. Die Eisringe waren eine echte Überraschung, sagt Colin Snodgrass vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung.
Ringe kannte man bislang nur von großen Gas-Planeten: Neptun, Jupiter, Uranus, Saturn. Ein so kleines Objekt mit Ringen haben Astronomen in unserem Sonnensystem noch nie entdeckt. Die Ringe könnten Überreste einer Kollision sein. Dabei wäre eine Scheibe entstanden, von der nur die Ringe zurückgeblieben sind.
Der Gas-Planet Saturn ist bekannt für seine Ringe; jene von Neptun, Jupiter und Uranus sind weniger offensichtlich. Es könnte noch viele Kleinplaneten mit Ringen geben. Allerdings nur dort, wo die Schwerkraft der Himmelskörper keine Konkurrenz hat: Nähert sich ein anderes Objekt den leichten Partikeln, könnten sie aus der Bahn geraten. Diese Gefahr besteht bei Saturn nicht: Er ist der zweitgrößte Planet im Sonnensystem, etwas Größeres fliegt da nicht vorbei.