"Charlie Hebdo" Aufregung um Mohammed-Karikaturen
Stéphane Charbonnier, Chefredakteur und Zeichner von "Charlie Hebdo", ist ein gefragter Gesprächspartner. Bereits am Erscheinungstag ist die aktuelle Ausgabe mit den neuen Mohammed-Karikaturen vergriffen, eine zweite von ebenfalls 75.000 Stück soll noch gedruckt werden.
Die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" musste nach einem Brandanschlag im November 2011 in neue Redaktionsräume umziehen. Diese liegen nun im Pariser Osten.
Die Redaktion steht unter Polizeischutz. Frankreichs Regierung fürchtet, die Lage könne eskalieren, zumal die Situation wegen des Schmähfilms "Die Unschuld der Muslime" ohnehin schon angespannt ist.
Charbonnier sieht die Veröffentlichung von der Meinungsfreiheit gedeckt. Dass Frankreichs Außenminister Fabius den Zeitpunkt der Veröffentlichung "nicht intelligent" nannte, ficht Charbonnier nicht an: "Wir veröffentlichen Karikaturen über jeden und alles jede Woche. Wenn es aber um den Propheten geht, wird es Provokation genannt", sagte er.
Im Herbst 2011 hatte "Charlie Hebdo" schon einmal Mohammed-Karikaturen veröffentlicht, es gab heftige Proteste. Daraufhin warf ein Unbekannter in der Nacht zum 2. November einen Molotow-Cocktail in die Redaktion in Paris. Die Räume brannten aus.