Chatten vor der Internet-Ära - DER SPIEGEL
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Chatten vor der Internet-Ära Als die Antennen qualmten

Ob Trucker, Hausfrauen oder "Frequenzrocker". Der CB-Funk, das erste moderne Mitmach-Massenmedium der Deutschen, machte ab dem Sommer 1975 die ganze Nation süchtig. Heute erinnern nur noch ein paar alte Trucker-Songs im Radio an die große, wilde Zeit des Jedermann-Funks mit seiner bizarren Geheimsprache.
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Gunter Gabriel-Single: "Ich bin CB-Funker auf Kanal 4 Mobilstation" trällerte Schlagersänger Gunter Gabriel 1978 und schuf damit eine Art inoffizielle Hymne der CB-Szene.

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Kris Kristofferson in "Convoy": Auch in Hollywood funkte es Mitte der siebziger Jahre mächtig. Unter dem Funk-Rufnamen "Rubber Duck" kämpfte etwa Kris Kristofferson in Sam Peckinpahs Klassiker "Convoy" von 1978 für die Gerechtigkeit. Von korrupten Cops drangsalierte Trucker bilden einen Konvoi, dem sich immer mehr über CB herbeigerufene Riesentrucks anschließen - bis es zum unvermeidlichen Showdown am Rio Grande kommt.

Foto: ddp images
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CB-Funkergerät: In den siebziger Jahren sah grenzenlose Kommunikation für jedermann so aus. Im Zeitalter vonm Internet, Laptop und W-Lan funken auf den einstigen CB-Frequenzen eigentlich nur noch Babyfones.

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Richtig funken: Auch CB-Funken will gelernt sein - die Codes der Antennenjünger glichen zuweilen einer Geheimsprache, die erst einmal gelernt sein wollte. Auch die Technik hatte ihre Tücken, so dass Ratgeber wie dieser ihren Markt ohne weiteres fanden.

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Immer auf Draht: Das Spiralkabel zwischen Sendegerät und Mikrofon gehörte in der Vor-Bluetooth-Ära zu den unvermeidlichen Begleiterscheinungen des CB-Funkens und galt sogar als ausgesprochen lässig. Das Foto zeigt einen Renault 20, der in begrenzter Stückzahle ohne Aufpreis mit CB-Funkanlage ausgeliefert wurde - wenn sich der Käufer verpflichtete, seine Erfahrungen in einem ausführlichen Testbogen zu Protokoll zu geben.

Foto: Deutsche Renault AG
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Renault-Werbung mit CB-Funke: In begrenzter Stückzahl brachte Renault sein Modell 20 TL mit einer CB-Funkanlage, einem Stereo-Radion mit Verkehrsfunk-Decoder und einem Cassettenteil auf den Markt. Der französische Autobauer wollte damit testen, in wieweit diese "elektronischen Informations- und Unterhaltungseinrichtungen" dem Autofahrer unterwegs nützlich seien. Verpflichtete sich der Käufer, nach sechs und nach zwölf Monaten einen ausführlichen Fragebogen über seine Erfahrungen auszufüllen, wurde das Fahrzeug ohne Aufpreis geliefert.

Foto: Deutsche Renault AG
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CB-Bastelbuch: CB-Funk-Szene und Heimwerker-Milieu gingen in den siebziger Jahren ein kongeniale Verbindung ein. Anleitungen wie diese für den Selbstbau von Funkgeräten für das "Citizen Band" und allerlei Zubehör fanden unter funkbegeisterten Bastlern weite Verbreitung.

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Postminister Kurt Gscheidle: Der Sozialdemokrat, zwischen 1974 und 1982 erst Post- und dann Verkehrsminister, ermöglichte den Bundesdeutschen ab 1975, auch ohne Funker-Lizenz frei verkäufliche "Sprechfunkanlagen kleiner Leistung" (Postjargon) zum Plausch im Äther zu nutzen. Er wurde damit zum Vater einer frühen, analogen Chatkultur, die Millionen Anhänger fand.

Foto: dpa
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Antennen-Ratgeber für CB-Funker: An der Antenne sollt ihr ihn erkennen - der "Spargel" war das Statussymbol schlechthin für ambitionierte CB-Funker. Überlange Antennen wurden zum Schutz vor Schäden beim Unterfahren von Brücken und ähnlichem gerne im Bogen nach hinten über das Auto geschwungen und die Spitze am Wagenheck befestigt.

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Ausgabe 1 - Titelseite CB-Kurier: Titelseite der Ausgabe Nr. 1 CB-Kurier. Damals noch die Vereinszeitung der Funk-Gemeinschaft Weil der Stadt e.V.

Foto: Ralf Alber/Redaktion CB-Kurier
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Titelbild CB-Kurier Ausgabe 1/2008: Titelbild der Zeitschrift CB-Kurier im 25. Jahrgang

Foto: Ralf Alber/Günter Schaumberger und Redaktion CB-Kurier
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?