Che Guevara Die Hände des Comandante
Nach der Revolution ist vor der Revolution: Im Frühjahr 1965 trat Guevara (hier auf einem Bild von 1958) von seinen Ämtern zurück, verließ Kuba und ging zunächst nach Afrika, dann nach Bolivien, um auch dort eine Revolution zu beginnen.
Er war ein intellektueller Kopf und begnadeter Redner - mit sprechenden Händen. Auf die hatten es seine Feinde
nach seinem Tod abgesehen.
1960 wurde in Havanna die erste Tochter der beiden geboren - und hieß nach der Mutter. Aleida Guevara March arbeitet heute als Kinderärztin und engagiert sich in der Kommunistischen Partei Kubas.
Aleida und Aleida Guevara - Tochter und Frau des Revolutionshelden
Das enge Verhältnis zu Fidel Castro pflegte Aleida Guevara, hier als Dreijährige zwischen den Revolutionären, später auch noch während ihrer eigenen politischen Karriere. Ihr Vater entzweite sich wegen zunehmend unterschiedlicher politischer Ansichten mit den Castro-Brüdern.
Tod in Bolivien: Der Andenstaat war Che Guevaras letzte Station. In einem Gefecht mit dem bolivianischen Militär wurde er verwundet, am 8. Oktober 1967 bei La Higuera gefangengenommen und einen Tag später erschossen. Der Leichnam wurde in die Stadt Vallegrande gebracht, wo man ihn im Hospital Señor de Malta wusch, präparierte und dann präsentierte, um der Weltöffentlichkeit Guevaras Tod zu beweisen.
Argentinische Polizisten glichen 1967 in La Paz die abgetrennten Hände mit den Fingerabdrücken von Che Guevara ab - ein Bild aus dem Dokumentarfilm "Las manos del Che" von Peter de Kock (2006). Seine Leiche wurde heimlich begraben, niemand sollte sie finden und die wahre Todesursache erkennen können: Nach der offiziellen Version wurde er im Kampf getötet, tatsächlich aber exekutiert. Die Todesstrafe gab es jedoch in Bolivien nicht - so verschleierte man die Exekution.
Die Fingerabdrücke Guevaras wurden nach seinem Tod mit denen aus seinen argentinischen Papieren verglichen - und 40 Jahre später in Dallas (USA) versteigert. Ebenfalls im Angebot der Auktion 2007 war...
...eine Haarsträhne Guevaras und ein an ihn adressierter Brief. Die Relikte stammten von dem früheren CIA-Verbindungsmann Gustavo Villoldo, der an Guevaras Gefangennahme und Hinrichtung teilgenommen hatte. Noch an seinem Todestag war im Dorf La Higuera der Che-Kult ausgebrochen: Bolivianische Bauern und Militärs stritten sich um seine letzten Habseligkeiten, Frauen schnitten Locken aus seiner Löwenmähne.
Im Juli 2008 stellte Boliviens Regierung erstmals Guevaras Notiz- und Tagebücher aus, darunter auch das Tagebuch, das er während seiner Guerilla-Zeit in Bolivien geführt hatte.
Leuchtidol: Das kubanische Innenministerium am Revolutionsplatz von Havanna ziert ein großes Konterfei von Guevara - Aufnahme von 2010.
...und erschien auf ungezählten T-Shirts, Plakaten, Postkarten, oder auch...
...in Tattoo-Form auf dem Oberarm eines Weltstars: Zigarrenraucher Diego Maradona, argentinischer Ex-Fußballer und seinerzeit der beste der Welt, sonnt sich hier auf einer Segeljacht an der Küste vor Havanna - im Jahr 2000, als er sich wegen seiner Kokainsucht auf einer Entziehungskur in Kuba befand.
Im Tod vereint: Der Grabstein von Che Guevara (vorn links) und weiteren seiner Guerilleros in einem Mausoleum nahe der Landepiste des Flugplatzes in Vallegrande (Bolivien), wo sie ab 1967 begraben waren, bis ihre Überreste 1997 exhumiert und zur endgültigen Beisetzung nach Havanna übergeführt worden.
"Vive", er lebt, steht in roter Schrift neben einem riesigen Che-Guevara-Porträt an der Fassade des Krankenhauses Señor de Malta in Vallegrande. Dorthin wurde seine Leiche nach dem Mord gebracht.
Die Waschküche des Krankenhauses der Stadt Vallegrande in Bolivien. Hier wurde vor 50 Jahren der tote Che Guevara aufgebahrt.
Stets präsent ist Che Guevaras Antlitz in Havanna, hier auf einem Plakat. "¡Hasta la victoria siempre!" lautete das berühmte Motto Guevaras ("Immer bis zum Sieg!"), so endete auch der Abschiedsbrief, den er angeblich bei seinem Fortgang aus Kuba an Fidel Castro schrieb. Es wurde zu einer im Alltag sehr geläufigen Formel - "Hasta siempre, comandante" heißt etwa auch der berühmte Che-Guevara-Song, den der kubanische Komponist Carlos Pueblas 1965 schrieb.