Chef-Outfit Das Ende der Krawatte
Früher hätten sich Vorstände eines Autokonzerns öffentlich nicht ohne Krawatte gezeigt - Daimler-Chef Dieter Zetsche (links) tut es immer öfter. Einer der Gründe ist der regelmäßige Geschäftskontakt mit Leuten, die keine Krawatte tragen. In diesem Fall sind das die Formel-1-Fahrer Lewis Hamilton (2. von links) und Nico Rosberg (rechts daneben). Ganz rechts steht Mercedes-Benz-Motorsport-Chef Toto Wolff.
Auch Johann Jungwirth, der seit November vergangenen Jahres den neu geschaffenen Bereich Digitalisierungsstrategie bei Volkswagen leitet, tritt gerne lässig auf. Er hat mit vielen Start-ups zu tun, die traditionell die Krawatte meiden.
Seit einem Start-up-Event vor einigen Monaten zeigt sich auch Siemens-Konzernchef Joe Kaeser gelegentlich im offenen Hemd und Jeans.
Allianz-Chef Oliver Bäte kombiniert auch schon mal rote Turnschuhe mit Anzug. Die Schuhe trug der Manager auf der Hauptversammlung des Konzerns, um auf den weltweiten Mitarbeiterlauf der Allianz hinzuweisen.
Bei Otto hat man die Lockerheit erst kürzlich verordnet: Der gesamte Vorstand bot der Belegschaft das Du an. Auch Alexander Birken trägt die Entscheidung für einen lässigeren Stil mit - er wird 2017 neuer Vorstandsvorsitzender.
Auftritte ohne Krawatte gelten heute als jugendlich und frisch. Das war nicht immer so. Die Beatles hatten ihre ersten Hits hochgeschlossen - mit ganz schmalen schwarzen Krawatten.
Botschafter des Binders: Das Deutsche Modeinstitut kürt seit 1965 je einen "Krawattenmann des Jahres". Preisträger 2009 war der Kabarettist und Arzt Eckhard von Hirschhausen.
Viele Firmen verzichten auf Krawatten, um für junge Mitarbeiter attraktiver zu werden. Mancher kreative Kopf hat aber auch ganz gern mal einen Schlips um den Hals, wie hier der Musiker Jan Delay.