Chet Baker: Cool Jazz - der einsame Trompeter - DER SPIEGEL
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Chet Baker Cool Jazz - der einsame Trompeter

Cool war seine Musik. Und ruinös sein Lebensstil mit Drogen, Affären, Knast. Chet Baker starb vor 30 Jahren bei einem mysteriösen Fenstersturz. Er ist unvergessen, weil er die Entwicklung des Jazz mitprägte.
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Üben am offenen Fenster: Das Foto von 1961 zeigt den Trompeter Chet Baker in seinem Hotelzimmer im italienischen Lucca. 1988 starb der Musiker in Amsterdam bei einem nächtlichen Sturz aus dem Hotelfenster. Die Umstände sind bis heute nicht geklärt.

Foto: Archivio Cameraphoto Epoche/ Getty Images
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Was tut der Künstler vor dem Auftritt Der berühmte amerikanische Fotograf William Claxton schoss dieses Foto von Chet Baker 1954 in Hollywood. Der "rising star" faszinierte nicht nur mit seiner Musik viele Amerikaner, die in dem Trompeter einen "James Dean des Jazz" erkannten. Baker liebte Frauen, schnelle Autos und auch Drogen - seine Sucht war selbstzerstörerisch.

Foto: William Claxton/ AP
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Baker-Rivale Miles Davis (3. von links): Bei Umfragen in den Fünfzigerjahren kürten Publikum und Kritiker den weißen Aufsteiger Chet Baker zum besten Trompeter - vor Afroamerikanern wie Davis und Dizzy Gillespie. "Ich war sauer auf die Leute, die ihn gewählt hatten", schrieb Davis in seiner Autobiografie. Baker bezeichnete er als "coolen Typ und guten Trompeter, der so einiges von mir kopiert hatte". Auf dem Foto von 1947 spielt Davis im Quintett des Saxofonisten Charlie Parker. Seinen Platz nahm später eine Zeit lang Chet Baker ein.

Foto: William P. Gottlieb / Redferns / Getty Images
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Pose als Familienvater: Chet Baker hatte ständig Affären und war mehrmals verheiratet. Seine erste Frau Charlaine stürmte einmal ins New Yorker Jazzlokal "Birdland" und bedrohte ihren Mann und dessen franzöische Freundin mit einem Revolver. Das Foto von 1960 zeigt Baker mit seiner zweiten Frau Halema und seinem Sohn Rory, doch...

Foto: Farabola/ AP
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...im selben Jahr reiste Chet Baker mit der englischen Schauspielerin Carol Jackson bei einer Tournee durch Italien.

Foto: Umberto Salvemini/ AP
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Traummann bei der Nassrasur: Das Foto von 1961 wurde in Italien aufgenommen. Es war sein bevorzugtes europäisches Land, dort verbrachte er aber auch mehr als ein Jahr im Gefängnis.

Foto: Archivio Cameraphoto Epoche/ Getty Images
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Chronist der coolen Szene: William Claxton fotografierte im vergangenen Jahrhundert Stars wie Frank Sinatra und Bob Dylan. Sein Lieblings-Protagonist in der Jazz-Szene war Chet Baker.

Foto: ddp images
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Chet Baker im Film: Der fotogene Trompeter trat in einem halben Dutzend Dokumentarfilmen auf (hier in "Jazz Seen" von Julian Benedikt). Der Schauspieler Ethan Hawke verkörperte Chet Baker 2016 im Spielfilm "Born To Be Blue".

Foto: ddp images
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Ein Amerikaner auf Italienreise: 1961 posierte Chet Baker vor einem Geschäft in Lucca.

Foto: Archivio Cameraphoto Epoche/ Getty Images
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Trompeten-Star in Handfesseln: Wegen Rauschgift-Vergehen landete Chet Baker in seiner US-Heimat wie auch in Europa im Gefängnis. In Florenz (Foto) wurde er 1961 zu 15 Monaten Haft verurteilt.

Foto: Giulio Torrini/ AP
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Lebenslange Qual mit Drogen: Chet Baker versuchte mehrfach seine Sucht durch Entziehungskuren zu überwinden - er schaffte es nicht. Das Foto (ohne Jahresangabe) zeigt ihn beim Verlassen einer Heilanstalt in München, wo er drei Wochen lang behandelt wurde. Seine damalige Freundin Carol Jackson trägt Habseligkeiten des Musikers in einem Margarinekarton.

Foto: ullstein bild
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Prominentenbesuch aus Amerika: Der Entertainer Sammy Davis Junior (hinten rechts am Schlagzeug) besuchte 1963 den Pariser Jazzclub, in dem Chet Baker (links) engagiert war. Sammy Davis hatte ein Konzert im Olympia gegeben.

Foto: Jean Tesseyre/ Paris Match/ Getty Images
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Coole Pose: Chet Baker hält in der linken Hand eine Zigarette, während er Trompete spielt. Das Foto entstand 1974 im New Yorker Jazzklub "Blue Note".

Foto: David Redfern/ Redferns/ Getty Images
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Reunion von zwei Super-Jazzern: Der Baritonsaxofonist Gerry Mulligan und Chet Baker probten im November 1974 gemeinsam für ein Konzert in der New Yorker Carnegie Hall. Fast zwei Jahrzehnte zuvor hatten die beiden zusammen mit einem Bassisten und einem Schlagzeuger ein pianoloses Quartett gebildet, das die als "Cool Jazz" bezeichnete Stilrichtung prägte.

Foto: Library of Congress
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Trouble mit den Zähnen: Chet Baker hatte 1966 bei einer Schlägerei mit Dealern mehrere Zähne verloren. Die aber sind für einen Trompeter so wichtig wie die Lippen und die Lunge. Mit Energie und Ausdauer hatte er zwar wieder das Spielen gelernt, mit seinem Gebiss aber hatte er Schwierigkeiten für den Rest seiner Karriere. Das Foto stammt von einem Konzert in den Niederlanden 1975.

Foto: Gijsbert Hanekroot/ Redferns
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Sänger mit Trompete unterm Arm: Fast so bekannt wie sein Trompetenton war Chet Bakers Stimme. Denn der Musiker profilierte sich schon früh auch als Vokalist. Das war die Idee des Produzenten Dick Bock, des sich von Bakers Gesang zusätzlichen Sexappeal bei dessen weiblichen Fans versprach. Bakers Stimme klang eher dünn und brüchig, aber er nutzte sie virtuos wie sein Instrument.

Foto: Waring Abbott/ Getty Images
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Ruhelose Reisen durch Europas Clubs: In seiner späteren Karriere trat Chet Baker mehr in Europa auf als in den USA. Ein Konzert im damals in der Jazz-Welt geschätzten Hamburger "Onkel Pö" 1979 wurde vom NDR aufgezeichnet und ist als CD zu haben.

Foto: ullstein bild/ Jazz Archiv Hamburg
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Spielen nach Noten: In der Künstlergarderobe eines Pariser Klubs studiert Chet Baker vor einem Auftritt Notenblätter. Auf der Bühne allerdings spielte der Star-Trompeter fast immer frei. Er hatte ein phänomenales Gedächtnis für Themen und Harmoniefolgen. Es gibt praktisch keine Kompositionen von ihm, Baker improvisierte lieber über Stücke aus dem Great American Songbook oder Klassiker von Jazzkollegen.

Foto: imago/ Philippe Gras
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Chet Baker im Dokumentarfilm: Ein Jahr vor Bakers Tod drehte der Regisseur Bruce Weber ein filmisches Porträt mit Interviews von Familienmitgliedern Musikern und dem Fotografen William Claxton.

Foto: Wiese/ face to face
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Trauer um einen Jahrhunderttrompeter: Der belgische Saxofonist Jacques Pelzer betete am Sarg von Chet Baker. Der amerikanische Jazzmusiker war am 18. Mai 1988 aus dem Fenster seines Zimmers im Amsterdamer Hotel Prins Hendrik gestürzt. Ob Unfall, Suizid oder gar Mord - bis heute konnte das nicht geklärt werden.

Foto: ullstein bild
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Chet lebt - im Film: Der Schauspieler Ethan Hawke verkörpert den tragischen Trompeten-Helden im Spielfilm "Born To Be Blue" von 2016.

Foto: picture alliance / Alamode/dpa
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Unvergessen: Die Entwicklung des Jazz hat Chet Baker, hier auf einem Album-Cover, wesentlich mitgeprägt - ein Innovator der Musik und ein tragischer Held.

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?