Chicago An der Sedgwick Street
Die Sedgwick Street in Chicago trennt zwei Gebiete der Stadt, die sich stark unterscheiden. Auf der einen Seite Wohlstand - und vorwiegend weiße Bewohner. Auf der anderen Seite Sozialwohnungen - und vorwiegend schwarze Bewohner.
Wohnungen ab 890.000 Dollar: Das ist die Ostseite der Sedgwick Street in Chicago - in unmittelbarer Nachbarschaft zu Sozialwohnungen westlich der Straße.
Die Kinder, die an der Straße wohnen, gehen auf verschiedene Schulen. Die einen auf eine öffentliche, der anderen auf eine Privatschule. Sie haben auch sonst quasi keine Berührungspunkte miteinander.
Charlie Branda wollte das mit einem Kunstprojekt ändern. Hier umarmt Branda Kinder, die bei "Art on Sedgwick" mitmachen.
Branda - hier in ihrem Haus mit ihrem Hund - wollte die geteilte Welt nicht mehr akzeptieren. Die 53-jährige Mutter und ehemalige Bankkauffrau nahm sich vor, beide Seiten der Sedgwick Street zu verbinden - mit Kunst.
Die Idee dazu kam ihr, als ein junges Mädchen den Satz "Das würde ich gern tun, bevor ich sterbe:..." mit den Worten "Kunst machen" ergänzte.
Im Oktober 2015 wurde das Sedgwick Studio eröffnet. Zu Beginn wurde das Atelier zögerlich angenommen. Doch mit jeder Kunstklasse kamen mehr und mehr.
Weiße und schwarze Schüler trafen sich im Kunststudio für ein gemeinsames Projekt. Um sich besser kennenzulernen und damit auch die Welt des anderen, sollten sich die Kinder Fragen wie "Wovon träumst du?", "Denkst du über den Tod nach?" und "Hast du Angst?" stellen.
Dann fotografierten sich die Schüler gegenseitig und bastelten daraus Drachen.
"Eine Gruppe weißer Kinder spielt mit einer Gruppe schwarzer, das sieht man heute sonst nirgendwo", sagte einer der teilnehmenden Schüler.