Chicago Leben im Selfhelp Home
Joe Chaba und seine Frau Helen auf der Dachterrasse des Selfhelp Home in Chicago - ein Haus, das für Überlebende des Holocausts eingerichtet wurde.
Undatiertes Bild von Margie Oppenheimer: Die Jüdin überlebte das KZ in Stutthof.
Oppenheimer, 89, in ihrem Apartment im Selfhelp Home. Nach dem Krieg wurde sie Krankenschwester, konnte aber nicht mit Kindern arbeiten. "Hier gab es glückliche, liebenswerte Kinder", sagt sie. "Alles, was ich sah, waren Kinder, die ihren Müttern weggenommen und getötet wurden. Diese Bilder sehe ich immer noch vor mir."
Margie Oppenheimer und andere Frauen im Jahr 1944 in Riga, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten.
Edith Stern, 92, lebt wie Oppenheimer im zweiten Stock des Hauses. Hier zeigt sie ein Bild ihres Vaters, der von den Nazis getötet wurde.
Stern zog 1965 nach Chicago und engagierte sich bei Selfhelp - einem Zusammenschluss von Juden, die fliehen mussten und sich in der neuen Heimat gegenseitig unterstützten. "Ich wollte dort arbeiten, weil ich nie etwas für meine Eltern tun konnte, weil sie getötet worden waren", sagt Stern. "Diese Menschen hätten meine Eltern sein können. Ich liebte sie und sie liebten mich."
Eingang des Selfhelp Home in Chicago: Früher gab es Wartelisten mit Hunderten Holocaust-Überlebenden, die einziehen wollten. Mittlerweile leben auch andere Juden in der Einrichtung. Von denen, für die das Haus einst gebaut wurde, wird es in einigen Jahren niemanden mehr geben.
Yoga-Kurs im Altenheim: Margie Oppenheimer (l.) ist dabei.
Erinnerungen: Joe Chaba mit Fotos von sich (damals 16) und seinem vier Jahre älteren Bruder David. Sie waren die einzigen Überlebenden ihrer vormals siebenköpfigen Familie. David ist inzwischen gestorben.
Joe Chaba leistet seiner Frau Helen bei der Maniküre Gesellschaft.
Edith Stern brachte nach der Befreiung aus dem KZ ein Kind zur Welt, doch der Junge starb drei Tage nach der Geburt.
Am Abend des 18. September spielte eine Band traditionelle jüdische Musik für die Bewohner des Selfhelp Home.